Neueröffnung: Die Küchenschelle in Betzenhausen

Gina Kutkat

Zwischen Schrebergärten und Berliner Allee, in der Nähe der Dreisam und etwas abseits der Innenstadt: Am Samstag eröffnet in Freiburg-Betzenhausen das Restaurant Küchenschelle. Betreiberin Gesine Pumplün bietet dort badische Küche in modernem Ambiente an.

Von außen (noch) Vereinsheim, von innen modernes Landhaus: Inmitten einer Kleingartenanlage im Freiburger Westen eröffnet am Samstag die Küchenschelle. Besitzerin Gesine Pumplün und ihr achtköpfiges Team bieten eine kleine Karte an ausgewählten Speisen, Kuchen und Kaffee und wollen an einem ungewöhnlichen Ort zum Schlemmen und Entspannen einladen.


Noch wuseln die letzten Elektriker und Handwerker durch die Räume, doch ansonsten ist alles fertig für die Eröffnungsfeier. Der große Hauptraum ist bereits hergerichtet: Robuste, abgebeizte Holztische wurden mit Designerstühlen kombiniert. Der Kronleuchter strahlt mit einer Sammlung antiker Kerzenständer um die Wette. Trotzdem ist hier nichts fancy. Das passt auch zum Motto der Besitzerin: "Klein, aber fein."

Die Betreiberin

Gesine Pumplün ist ein bekanntes Gesicht in der Freiburger Gastroszene. Seit sechs Jahren ist die 32-jährige gebürtige Norddeutsche selbstständig im Cateringbereich: Sie arbeitet unter anderem mit dem Lilienhof in Ihringen zusammen. Erfahrungen, die sie davor in der Hemingway Bar sammelte, setzt sie in Cocktailschulungen und Gintastings um. In den letzten Jahren konnte man Pumplüns Gerichte unter anderem in der Bar Elizabeth, im Rido oder in der Passage46 probieren.

Die Küchenschelle ist Pumplüns erstes eigenes Restaurant, für das sie ihre Vorstellungen eines stimmigen Gesamtkonzepts umsetzen möchte. "Mir ist es wichtig, so viel wie möglich selber zu machen, ein kompetentes Serviceteam zu haben, um somit ein entspanntes Flair zu schaffen, in dem sich die Gäste wohlfühlen", so die 32-Jährige. Die Frage, die sie sich immer wieder stellt: "Was würde ich in einem Restaurant selber gerne haben?"

Ambiente

Mit Liebe zum Detail hat Gesine Pumplün ihren Traum vom modernen Landhausstil verwirklicht. Das weiße Geschirr mit Goldrand hat sie auf Flohmärkten gesammelt, Kerzenständer, Zuckerdosen und Küchenutensilien stammen von den norddeutschen Gutshöfen ihrer zwei Tanten. Kombiniert werden diese mit viel Weiß und modernen Möbeln.

Die Räumlichkeiten des in die Jahre gekommenen Wirtshauses wurden von Pumplün innerhalb von zwei Monaten selbst renoviert und hell gestrichen, sodass sich ein schön-verschrobenes Bild ergibt: Ein Vereinsheim inmitten einer Schrebergartenanlage, in dessen Innerem ein neues Restaurant entsteht. 70 Sitzplätze gibt es im Restaurant, draußen haben noch einmal 60 Leute Platz.

Im zugehörigen Garten warten Schaukeln und Bänke auf die Gäste. "Wir haben außerdem Picknickdecken, die man sich drinnen ausleihen kann, um vor dem Haus auf der Wiese zu sitzen," so Pumplün.

Auf der Speisekarte

"Pfiffig, aber nicht zu fancy. Klein, aber fein. Badisch, aber innovativ." Gesine Pumplün weiß ganz genau, was sie auf ihrer Karte haben möchte. So kommt das badische Dreierlei mit Wurstsalat, Bibliskäs und Rosmarinkartoffeln daher. Als Hauptspeise gibt es zum Beispiel kandierten Ziegenkäse aus Horben mit Lavendelhonig oder Graupenrisotto mit Apfelchutney und gerösteten Nüssen.

Die Gerichte auf der Karte, die etwa alle drei Monate wechseln soll, kosten zwischen vier und zwölf Euro. Die angebotenen Speisen richten sich auch nach der Saison: Zur Wildzeit wird es Wild geben, auch Forellen vom Forellenhof werden bei Gelegenheit in die Karte integriert. Eine der Nachspeisen kommt vom Café Ruef: Die Köche Janis Lange und Levin Saffe stellen für die Küchenschelle extra eigene Eissorten her.

Von der Butter über die Kuchen bis zum Senf wird in der Küchenschelle alles selber gemacht. Fleisch gibt’s von Kaltenbach, Brot von Bäckerei Pfeifle, Kräuter werden aus dem eigenen Garten gepflückt, der Lebensmittelbestand wird mit Gemüse aus den benachbarten Schrebergärten aufgefüllt.

Jeden ersten Sonntag im Monat wird in der Küchenschelle Brunch angeboten, nach den Sommerferien wird es auch einen Mittagstisch geben.

Auf der Getränkekarte

Herzstück für den Cafébetrieb ist die Faema Emblema Kaffeemaschine, die Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato zubereitet. Die Kaffee- und Espressobohnen in Bioqualität stammen von der Rösterei Burkhart. Außerdem gibt es Thomas Henry, Fritz Cola sowie Biosäfte.

Am Abend wartet eine wechselnde Ginkarte, Weine kommen von den Weingütern Kilian Hunn aus Gottenheim und dem Weingut Abril aus Vogtsburg, Biere von Waldhaus.

Das Besondere

Gesine Pumplün, ist nicht nur in der Freiburger Gastro- sondern auch in der Selfmadeszene gut vernetzt ist. Neuen Konzepten steht sie offen gegenüber. So ist die Küchenschelle nicht nur Restaurant, sondern auch Eventlocation für Hochzeiten, auch Wein- oder Bierfeste und ein Weihnachtsmarkt im Winter sind geplant.

Wegbeschreibung

Mit dem Rad: Durch den Stühlinger an den Bahngleisen Richtung Betzenhausen (Seepark) fahren. Nach dem Regierungspräsidium links abbiegen und dann wieder rechts auf die Bissierstraße fahren. Dann über den Parkplatz die Straße runter. Die Adresse für das Navi lautet "Bissierstraße 2a". Oder aus der Innenstadt die Straßenbahn Nummer 3 Richtung Haid nehmen und an der Bissierstraße aussteigen.

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Samstag 11.30 Uhr bis 23 Uhr
Sonntag 10 bis 18 Uhr

Kontakt

Küchenschelle
Bissierstraße 2a
79114 Freiburg
Tel. 0761 89782961