Neueröffnung: Der Slow Club

Alexander Ochs

Im Oktober hat sich ein neuer Name auf die Freiburger Ausgeh-Landkarte katapultiert: der Slow Club. Ist das der Freiburg-typische Laden für die Slow-Food-Bewegung? Geht dort etwa alles langsamer zu? Morgen gibt's da zumindest mit Sedlmeir schon das nächste Konzert.

„Als ich Slow Club zum ersten Mal gehört habe, dachte ich erst, da tritt die Band auf“, meinte ein Bekannter zu mir. Nein, es handelt sich nicht um das britische Folkduo vom Moshi-Moshi-Label, sondern um eine neue Location in der Freiburger Szene. Der kleine Laden in der Haslacher Straße gegenüber der Breisgaumilch will Kunst, Kultur und Konzerte präsentieren.


Damit mausert sich diese Ecke zur kleinen Kunst- und Kulturmeile: angefangen vom E-Werk nördlich der Dreisam hinüber zum – zugegeben: hässlichen – Kulturhochhaus, in dem unter anderem die Jazz- und Rock-Schule sitzt, nebenan Auditorium und Hörbar, und jetzt eben der Slow Club.



Der Newcomer in Freiburgs Nachtleben wird von einem Verein betrieben, der den schönen Namen Verein für notwendige kulturelle Maßnahmen e.V. trägt. Mit dabei sind bekannte Kulturschaffende aus der Freiburger Szene. Was das rund 15-köpfige Betreiberkollektiv darunter versteht, wollen sie bisher noch nicht festlegen; es soll sich im Lauf der Zeit zeigen.

Der Slow Club besteht aus einem annähernd quadratischen Raum. Vorne links die DJ-Kanzel, vorne rechts ein Sofa auf einem Podest. Hinten rechts befindet sich die Theke und hinten links die Bühne. Gut 100 bis 120 Leute dürften in den Laden mit Werkstatt-Flair reinpassen.



Vielleicht erinnerst sich der ein oder andere an den Beatsalon, der voriges Jahr dort, eigentlich in der gesamten Fabrikhalle, seine Jubiläumsveranstaltung gefeiert hat. Dort, wo an dem Abend die Cocktail-Bar untergebracht war, residiert nun der Slow Club, also in einem kleinen Teil dieses alten Fabrikareals mit seinem restindustriellen Charme, wie man ihn in Freiburg selten findet.

Es ist noch nicht alles ganz fertig, so strahlen die Klos eine Etage höher, noch den matten Glanz des Unbehauenen aus mit ihren zitronengelben Fliesen, die 50 Jahre auf dem Buckel haben. Ab November steht bei Freiburgs neuem ‚SC’ die 1: Dann ist an jedem ersten (1.), elften (11.) und einundzwanzigsten (21.) im Monat Kneipenabend im Slow Club.



Zur „inoffiziellen Eröffnung“, einer Soli-Party direkt nach der Vereinsgründung Ende September, spielte das Liquid Laughter Lounge Quartet – kein Wunder, sind doch Sänger Jens Teichmann und Bassist Markus Heinzel treibende Kräfte des Vereins. Gleich zu Anfang spielte die Freiburger Institution ihren Song mit dem bezeichnenden Namen „Slow Club“, quasi zur Inauguration.Also Bezug zu einem Song einer lokalen Band. So weit, so gut.

Doch der Titel wiederum ist eine Hommage an den „Slow Club“ in David Lynchs filmischem Meisterwerk „Blue Velvet“. Ob Isabella Rossellini auch mal im Freiburger Slow Club vorbeischaut? Einige Künstler jedenfalls waren schon da. Und am Samstag kommt der Elektro-Rock’n’Roller Sedlmeir mit seinen übermütigen Songs zu Besuch.



Mehr dazu:

Slow Club
Haslacher Straße 25
gegenüber der Breisgau-Milch
79115 Freiburg
mail@slowclub-freiburg.de
Web: Slow Club Freiburg
Wann: Samstag 23.10.2010, 21 Uhr
Was: Sedelmeir
Wo: Slow Club