Nahost-Küche

Neueröffnung: Das Askadinya am Freiburger Holzmarkt

Andreas Meinzer

Gegrilltes Fleisch im Pita-Brot, Falafel mit viel frischer Petersilie: Am Holzmarkt hat vor einer Woche das Askadinya eröffnet. Dort gibt es Speisen aus Nahost, die Rezepte direkt aus Palästina.

Das Team

Rabea Eltity (37) aus Tira, rund 20 km nördlich von Tel Aviv, der Inhaber des neuen orientalischen Lokals am Holzmarkt, verfügt über reichlich Gastronomie-Erfahrung. Seine Familie betreibt in Israel bereits drei Restaurants mit klassischer orientalischer Küche. Auch der Name der Neueröffnung ist traditionell gewählt. Askadinya ist eine in Nahost bekannte und beliebte Frucht, die äußerlich und geschmacklich an eine Aprikose erinnert, aber mehr Kerne in sich birgt. Nach diesem Obst, das auf deutsch den bizarren Namen Japanische Wollmispel oder auch Loquat, trägt sind zahlreiche Restaurants in Eltitys Herkunftsland benannt, auch die Lokale seiner palästinensischen Familie. "Fast in jeder Stadt gibt es ein Restaurant oder mehrere, die auch so heißen", erzählt er.

So wie in der alten Heimat soll es auch hier in Freiburg im neuen Lokal schmecken. Am 19. Juli eröffnete es im ehemaligen "Holzmarktcafé", das seit Ende Januar 2019 leer stand. In den ersten zehn Tagen waren zwei gelernte Köche aus dem gleichnamigen Restaurant seiner palästinensischen Familie zu Gast, um die hauseigenen Spezial-Rezepte an die beiden Kollegen weiterzugeben, die zusammen mit Eltity sowie Thekenkraft und "Kopf des Ladens" Kurt Abdul (26) das Team des "street food"-Imbisses bilden.

Während Kurt täglich im Laden arbeitet, schaut Eltity etwa zweimal die Woche selbst dort vorbei. Er ist eigentlich gelernter Barber und betreibt auch einen Barber-Shop in Freiburg, das "Vivaldi" am Rennweg in Brühl-Beurbarung. Doch seit seinem 18. Lebensjahr war er immer auch in der Gastronomie tätig, hatte auch schon in Barcelona, wo er 10 Jahre lebte, neben Barber-Shops, ein eigenes Restaurant.

Seine Frau ist Deutsche, kommt aus Berlin. Da die beiden nicht in einer Großstadt leben wollten, zogen sie zusammen nach Freiburg, das sie schon gut von Besuchen bei Rabeas Schwester kannten, die hier Medizin studierte. Von Anfang an suchte er nach einer Möglichkeit, auch hier ein Restaurant zu eröffnen. Immer wieder kam er am damaligen "Holzmarktcafé" vorbei, bemerkte, dass es dort nicht sehr gut lief, auch der zahlreichen Bäckerei-Konkurrenz in der unmittelbaren Umgebung wegen. Als er sah, dass die Lokalität geschlossen und dort eine Baustelle war, wandte er sich an den Besitzer der Immobilie und setzte sich mit seinem Businessplan gegen die Mitbewerber durch.

Das Speisenangebot

Drei verschiedene Fleischsorten stehen zur Auswahl: Hähnchenbrust, Lamm und Rindfleisch. Sie werden von der Moscheegemeinde geliefert und sind halal. Das Fleisch, verfeinert mit Gewürzen aus Nahost, wird frisch vor den Augen der Gäste gegrillt und in eigens für das Askadinya von der Bäckerei "Weber" nach palästinensischen Rezepten produzierten Pita-Broten oder speziellen Baguettes serviert. Das Baguette gibt es auch in einer dunklen Variante. Auch für Vegetarier oder Veganer wird etwas geboten. Hummus sowie Halloumi, klar, und natürlich auch Falafel. Das besondere an den Kirchererbsenbällchen ist, dass sie nicht, wie sonst meist angeboten, gelblich oder bräunlich in der Färbung sind, sondern grün. "Das kommt von der frischen Petersilie, die wir verwenden", betont Eltity. Als Tellergericht, serviert mit Roter Beete, Tomaten- und Zwiebelwürfeln (Obacht, Koriander!), Mais, Rucola, fluffigem Pita-Brot und verschiedenen selbstgemachten Soßen, kosten Falafel oder Halloumi 9,90 Euro.

Die Portionen sind ordentlich und vergleichsweise preiswert. Besonders auffällig, farblich wie geschmacklich, ist die Amba-Soße, auf Mango-Basis, interessant süß-säuerlich. Außerdem gibt es Musabaha, eine Soße aus Kichererbsen. Als Extras können gegrillte Champignons oder Feta-Käse geordert werden. Und wer angesichts dieser Portionen immer noch hungrig sein sollte, kann sich auch noch (Süßkartoffel-)Pommes ordern (2,50 bzw. 4,50 Euro). Falafel und Humus gibt es auch zum Mitnehmen: Die Falafel-Box kostet in mittlerer Größe (8 Stück) 5, in der L-Ausführung 7 Euro; die Variante mit Hummus 5 respektive 8 Euro.

Inklusive Außenbestuhlung bietet das Askadinya Platz für rund 45 Personen. Auch wenn hier eher Essen auf die Hand geboten wird, lädt es doch auch zum Verweilen ein. Zum Beispiel bei einem Tee aus dem Samowar. Der schmeckt und wirkt im Sommer wie im Winter, wie man nicht nur im Orient weiß.

Adresse
Askadinya – middle eastern street food
Kaiser-Joseph-Straße 264
79098 Freiburg



Öffnungszeiten
Mo-Sa 11 – 22 Uhr
Sonntag Ruhetag

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