Neueröffnung: Das 5 Senses Coffee im Vauban setzt auf selbstgerösteten Kaffee

Laura Maria Drzymalla

Eigentlich war Thorsten Kessmann Manager bei einem Lebensmittelkonzern. Die Werte, die er dort vertrat, waren ihm aber zuwider - und so erinnerte sich Thorsten an einen Traum aus Kindheitstagen: den vom eigenen Café. Den Traum hat Thorsten sich nun erfüllt - im Vauban hat er das 5 Senses Coffee eröffnet:



Kaffeeduft hängt in der Luft, das Mahlen der Espressomaschine rattert durch den Raum, das Auge weiß gar nicht, wo es zuerst hinblicken soll – auf die warmem, rauen Holzmöbel, die bunt gefüllte Theke oder die jungen Mütter mit bestrumpfhosten Säuglingen, die ein gesamtes Eck mit bunt gepunkteten Kissen beschlagnahmt haben.

Drei Wochen ist es her, da hat Thorsten Kessmann zusammen mit seiner besten Freundin Christina Bonert das 5 Senses Coffee in der Wiesentalstraße im Vauban eröffnet - und damit sein altes Leben hinter sich gelassen. Kessmann war Manager bei einem Lebensmittelkonzern, doch mit den Werten seines Unternehmens konnte sich der 37-Jährige nicht mehr identifizieren. Also erinnerte er sich an einen lange gehegten Traum - nämlich der vom eigenen Café.

Die Möbel wurden aus recyceltem Echtholz gezimmert, bunte Tulpen schmücken den Laden, der Zucker wird in einem Einmachglas auf jedem Tisch ausgestellt. Kurz vor den Toiletten hängt eine Schiefertafel. Darauf steht: Before I die, I will.... "Travel the world" hat jemand mit bunter Kreide darauf geschrieben.

Kaffee aus der eigenen Röstmaschine

Das Herzstück des Ladens steht aber weiter hinten im Raum: Dort hat Kessmann eine große weiße Röstmaschine platziert, mit der er seinen 5 Senses Coffee selbst röstet - frei zugänglich im Laden. Vier hüfthohe Jutesäcke mit wild gewachsenem äthiopischem Rohkaffee liegen dort, ungeröstete grüne Kaffeebohnen spitzeln oben raus. Sie riechen eher nach Heu und so gar nicht nach Kaffee.

Mehrmals die Woche ist die Röstmaschine in Betrieb, jeder Gast darf bei Bedarf zugucken. „Das Rösten bei niedriger Temperatur führt einerseits zu einer optimalen Entfaltung der Aromen und außerdem dazu, dass Säuren abgebaut werden und somit der Kaffee besonders magenschonend wird“, erklärt Thorsten. Drei bis vier Tage lagert der Kaffee dann in großen Blecheimern, dort reift er aus und kann ausgasen. Anschließend kommt er in den Onlineshop - und natürlich direkt an die Theke.

„Die Qualität des teuren Rohkaffees alleine reicht aber nicht aus, sondern man muss auch auf die Qualität der Zubereitung achten“, sagt Thorsten und so hat das gesamte Personal eine zertifizierte Barista-Ausbildung. Er selbst war in der Berlin School of Coffee, Christina bei den Kaffeemachern in Basel. Auf wichtige Details käme es an, meint Thorsten. „Das fängt beim richtigen Einstellen der Mühle an, der perfekten Extraktion des Espressos, dem richtigen Schäumen der Milch und nicht zuletzt der Wassertemperatur.“

Fairness, Nachhaltigkeit und ein wertschätzender Umgang mit Personal und Gästen - Werte, die Kessmann in seinem alten Job vermisste, will er jetzt hochhalten. „Wir wollen möglichst viel der Produktion in eigenen Händen haben, um den möglichst besten Kaffee anzubieten.“

Die Produktion ist im wahrsten Sinne transparent, durch die Glasfronten des Cafés auch von Außen gut sichtbar. Der Kaffee wird wild gewachsen eingekauft – ursprünglich, ohne Plantage, ohne Maschine. Die Bohnen sind handgepflückt und natürlich aufbereitet, die Kaffeebauern bekommen einen fairen Preis und der Regenwald wird geschützt. Der Espresso kostet dafür dann stolze 2 Euro.

Ursprünglich wollte Thorsten mit seinem Konzept in die Innenstadt, er entschied sich aber aufgrund der hohen Mietpreise für den Neubau in der Wiesentalstraße.

Neben dem Kaffee als Thorstens Herzstück, wird man auch in der Kuchenvitrine fündig. Christina kümmert sich darum: Vitalstullen, Röstbrot, Buttermilchschnitte heißen hier die kleinen Speisen, alle regional, bio und mit Dinkelmehl. Auch Frühstückskleinigkeiten und wechselnde Tagessuppen bekommt man im 5 Senses Coffee – alles vor Ort zubereitet. Sollte die Nachfrage steigen, stehen auch bald glutenfreie Produkte auf der Agenda.

Ich selbst probiere einen hausgemachten Rüblikuchen mit Schlagsahne, dazu trinke ich einen Milchkaffee. Der Kaffee ist warm, weich und mild und wird in einer großen Tasse serviert, der luftige Kuchen hat eine dicke, glänzende Schokoglasur - lecker.  

Kontakt

5 Senses Coffee
Wiesentalstraße 22
79115 Freiburg
Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
8-18 Uhr

Samstag
9-17 Uhr

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Foto-Galerie: Laura Maria Drzymalla

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