Neuer Master-Studiengang: Renewable Energy Management

Jens Schwengel

Seit heute läuft an der Universität Freiburg der neue Studiengang "Renewable Energy Management", und obwohl die Hochschule ohnehin gerne mit Anglizismen um sich wirft, ist Internationalität hier Programm: Studenten aus 20 Nationen werden sich mit erneuerbaren Energien beschäftigen.



Der Master-Studiengang zu erneuerbare Energien ist Teil einer Strategie, das Profil der Universität im ökologischen Bereich zu schärfen. 70 Bewerber haben im Frühjahr 2008 ihre Unterlagen eingesendet – das ist nicht viel, doch der Studiengang ist noch neu, und zwischen dem Online-Gang der zugehörigen Webseite und dem Bewerbungsschluss lagen nur wenige Wochen. Für das Wintersemester 2009 rechnet man bereits mit 150 bis 200 Bewerbungen.


Zum heutigen Semesterbeginn werden nun 30 Studenten erwartet, die aus 20 Nationen kommen. „Außer Australien sind alle Kontinente vertreten“, sagt Stefan Adler, Geschäftsführer des Zentrums für Erneuerbare Energien (ZEE), an dem der neue Studiengang untergebracht ist.  Verlangt wurde, dass die Bewerber bereits einen Abschluss vom Grad „Bachelor of Science“ haben. „Die Anforderungen im technologischen Bereich werden hoch sein“, sagt Adler. Folgerichtig haben sich vor allem Absolventen von Ingenieursstudiengängen gemeldet. Ein Fünftel der Teilnehmer sind Frauen.

Glaubt man der Beschreibung des neuen Studienganges, haben seine Absolventen bald das notwendige Rüstzeug, Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien zu planen, „unter Berücksichtigung aller politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Belange“. Der Blick über den Tellerrand ist also Programm. Dafür lernen die Studenten vier Semester lang im ehemaligen Herder-Bau an der Habsburger Straße – wenn nicht gerade Ausflüge in partnerschaftlich angeschlossene Institute wie der Forstlichen Versuchsanstalt oder dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme anstehen.

Auf dem Lehrplan stehen Einheiten, die „Natural Resources“ oder „Technology of renewable energy utilization“ heißen, als Wahlschwerpunkte in den höheren Semestern stehen „Bio Energy“, „Energy Efficiency“, „Geothermal Energy“ und „Photovoltaic“ bereit. So englisch wie der Titel des Studiengangs, die zugehörige Webseite und die Bewerbungsunterlagen, so englisch ist auch die Unterrichtssprache – der gemeinsame Nenner für Studenten aus 20 Ländern. Ein Sprachtest ist Voraussetzung.

Ebenso wie ein „Motivation Letter“, in dem die  Bewerber ihr Interesse am neuen Studiengang begründen mussten. Der Trend ist so eindeutig wie überraschungsfrei: Im Zuge des Klimawandels, so schilderten es die meisten, sei die Auseinandersetzung mit erneuerbaren Energien immens wichtig geworden.

Das motivierte auch zwei Herren im Rentenalter, sich zu bewerben. Obwohl es keine Altersbeschränkung gibt, bekamen sie allerdings keinen Studienplatz. Einer von ihnen hatte gefragt, ob sich der Studiengang auch ohne Computernutzung bestreiten ließe. Lässt er sich nicht. Ohne Computer ist heutzutage schon die Bewerbung kaum noch möglich.

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[Dieser Artikel erschien bereits in "Der Sonntag".]