Neuer Forschungsroboter für die Uni

Fabian

Wäre es nicht schön wenn man nach einer rauschenden WG-Party am nächsten Morgen mit dem dicken Kopf nicht auch noch die Wohnung aufräumen müsste? Die Uni Freiburg hat jetzt zu Forschungszwecken einen Roboter erhalten, der genau solche Aufgaben in Zukunft für uns übernehmen soll.



Er heißt PR2 und sieht so aus, wie man sich einen Roboter eben vorstellt: Kopf mit Kameraaugen, zwei Arme mit Greifern dran und unten drunter ein paar Rollen, schließlich muss sich das Ding auch bewegen. Dass er eine hervorragende Sensorik hat, wie Projektkoordinator Prof. Dr. Wolfram Burgard sagt, traut man dem klobigen, behäbig wirkenden PR2 auf den ersten Blick nicht zu.


Auf den zweiten Blick wird das bestätigt. "So wie er da steht, kann er gar nix", sagt Professor Burgard. Das stimmt auch fast. Der Roboter bewegt sich lediglich unsicher durch den Raum, verhindert dabei aber immer irgendetwas umzufahren. Außerdem kann er seine Arme bewegen und seine Größe verändern. Der 400.000 Euro teure Roboter stellt somit momentan nur ein großes Stück Hardware dar. Dem Roboterteam aus Professoren und Studenten bleiben jetzt zwei Jahre Zeit um den 250 Kilo-Koloss zu programmieren und ihm etwas beizubringen. Am Ende dieser Periode soll er eigenständig Handtücher falten, Geschirr ab- und in die Spülmaschine einräumen oder ein kühles Bier aus dem Kühlschrank ans Sofa bringen können.

Die Forschung an und mit dem PR2 dient aber nicht nur uns faulen Menschen im Haushalt sondern gerade die Erkenntnisse im Bereich der Objekterkennung bereichern auch die Industrie. So können dort zukünftig Roboter effektiver eingesetzt werden, in dem sie nicht mehr nur statisch an einem Ort eingesetzt werden sondern auch während dem Transport arbeiten. Ein Roboter kann dann zwei Teile an unterschiedlichen Orten abholen und sie auf dem Weg zum Bestimmungsort direkt verarbeiten.

Um diese Prozesse bewältigen zu können besitzt der PR2 eine enorme Rechenleistung: Der Roboter hat sechsmal so viel Arbeitsspeicher wie ein herkömmlicher PC und eine vier Terabyte große Festplatte. Betrieben wird er von vier Batterien, die ihn zwei Stunden mit Energie versorgen, bevor er selbstständig seinen Stecker in die Dose steckt.

Weltweit wurden nur elf Roboter dieser Art zu Forschungszwecken herausgegeben. Da die Software-Plattform des PR2 ein open source-System ist, ist es den Wissenschaftlern in Freiburg aber möglich ihre Ergebnisse mit den Kollegen am MIT in Boston oder sonstwo in der Welt auszutauschen. Wie ihr an den Videos unten sehen könnt ist es anderen Forschungsgruppen auch schon gelungen dem PR2 mehr oder weniger sinnvolle Dinge beizubringen.

Video: Uni freiburg entwockelt Roboter für Haushalt



PR2 spielt Pool

Quelle: YouTube



PR2 holt Bier aus dem Kühlschrank

Quelle: YouTube

 

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