Neue Untergrabungsversuche: Pralinen und Kekse

Eva Hartmann

Proportional zu der zunehmenden Sichtbarwerdung des Gewichtsverlustes scheint die Gehässigkeit einiger Mitmenschen zu wachsen - das ist jedenfalls der Eindruck, den Gewichtshalbiererin Eva angesichts der neuesten nett gemeinten Geschenke bekommt.


Aus der Reihe "fragwürdige Geschenke für Gewichtshalbiererinnen" freue ich mich, euch heute Folgendes präsentieren zu dürfen:


- eine (von ehemals zwei) Packungen Oreos,
- fünf (von ursprünglich sechs) Tafeln schweizer Schokolade mit Rosinen, Haselnüssen und Mandeln und
- 200 Gramm feinste Trüffelpralinen vom besten Conditor der Stadt.

Jede dieser Schweinereien wurde mir mit ausnahmslos bedauernden Worten überreicht. Mein Liebling darunter: "Ach Gott, Kindchen, was sind Sie schmal geworden! Sind Sie krank? Nächstes Mal bringe ich ihnen ein paar Pralinchen mit!" - so angedroht und verwirklicht von einer Stammkundin des Ladens, in dem ich mir das Geld für all den Hüttenkäse verdiene.

Entgegen der ersten wütenden Laune habe ich diese Kalorienbomben weder irgendwo rituell verbrannt, noch weiterverschenkt, sondern gefährlicherweise mit nach Hause genommen. Da liegen sie nun im Schrank und versuchen, mir die nötige Disziplin beizubringen, die es braucht, um all den Kram nicht sofort und auf einen Schlag aufzufuttern. In Anbetracht der Tatsache, dass ich die sechste Tafel Schokolade und die zweite Packung Kekse auch nicht alleine verdrückt habe, halte ich mich ganz gut, finde ich.

Was ich mich allerdings weiterhin frage: Wie soll ich es interpretieren, dass man mir immer mehr Süßkram schenkt, je mehr ich abnehme? Alles Welt weiß doch, dass ich das absichtlich mache und der Gewichtsverlust eindeutig erwünscht ist. Sind das missverständlich ausgedrückte Untersützungsbekundungen? Oder ist es einfach Gehässigkeit?

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