Neue Slackline-Anlagen für Freiburg

Josepha Schweizer

Slacklining ist in Freiburg genauso beliebt wie umstritten. Denn: Die Slackline wird meistens zwischen zwei Bäumen aufgespannt. Und dabei können diese verletzt werden. Seit Kurzem gibt es eine städtische Slackline-Anlage, zu der Ende September noch zwei weitere hinzukommen sollen.



Auf einer Wiese grillen und chillen. Und nebendran die Slackline aufbauen. Das wünschen sich im Sommer nicht wenige Freiburger. Slacklining? Ja, genau. Das war das, wo man zwischen zwei Bäumen ein Band aufspannt. Und dann, mit viel Geschick und Gleichgewicht, darüber balanciert. "Mir macht am Slacklining Spaß, dass es Konzentration und Koordination erfordert, aber man trotzdem schnell kleine Erfolgserlebnisse hat", sagt Hannes Ott, Slackliner aus Emmendingen.




Anfang der 1980er Jahre entwickelten Kletterer des Yosemite-Nationalparks in Kalifornien Slacklining als Freizeitbeschäftigung. Slacklining dient also nicht nur reinem Spaß, sondern ist auch Zusatztraining zu - zum Beispiel - Kletter- und Kampfsportarten.

Die Beliebtheit des Slacklining ist in den letzten Jahren auch in Deutschland immer weiter gestiegen. Verschiedene Plätze in Freiburg eignen sich zum Slacken besonders gut, wie etwa der Escholzpark oder die Wiese beim Sandfangweg. Doch die Bäume leiden unter dem pausenlosen Slacken.
"Slacklining kann bei dauerhafter Belastung an der Rinde der Bäume irreparabele Schäden verursachen", sagt Wolfgang Vasen vom Garten- und Tiefbauamt Freiburg. "Trotzdem kamen wir zur Einsicht, dass ein Verbot dieses Problem auch nicht löst." Und so suchte man andere Wege.

Ein Ergebnis: die erste Freiburger Slackline-Anlage auf der Wiese beim Sandfangweg (Foto oben). Eröffnet wurde die Anlage im Rahmen der Leuchtsportnacht Ende Juli 2011. "Ich finde die Anlage ganz gut", sagt Hannes Ott, der Gewinner des Slackline Contests der Leuchtspornacht. "Aber besser wäre, wenn es noch mehr davon gäbe, da für Fortgeschrittene die zwei Distanzen doch schnell langweilig werden."

Die Anlage besteht aus drei 2,70 Meter hohen Stahlpfosten, die jeweils mit Fundamente von 1,50 auf 1,50 Meter benötigen und 1,50 Meter noch in der Erde verankert werden. "Die Slackline wird durch einen Ratschengurt gespannt", erklärt Vasen. "Deshalb müssen wir für ein vernünftiges Fundament sorgen, sonst bricht alles zusammen." Das Fundament ist auch das teuerste am Projekt.
Die Schäden an der Baumrinde können verringert werden, wenn Kambiumschoner um denselben gelegt werden. Kambium ist die Lebensader des Baumes. Alternativen sind Autofußmatten oder alte Teppiche, je dicker desto besser, damit sich die Zuglast der Slackline unter der Rinde verteilt. "Aber bei dauerhafter Belastung müssen andere Varianten in Betracht gezogen werden", sagt Vasen.



Zu Slackline-Anlage am Sandfangweg kamen in den letzten Wochen zwei weitere hinzu. So im Eschholzpark, wo es drei 2,30 Meter hohe Robinienholzpfosten sind, die ebenfalls ein Beton-Fundament haben (Foto oben). Und im St. Georgener Neubaugebiet "Innere Elben" (Foto unten). Die zwei dortigen Betonpfosten weisen in die Zukunft, so Vasen. Wenn die Kinder des Neubaugebiets größer werden, könne Slacklining sicher auch dort interessant werden.

"Parallel dazu beobachten wir die neuen Erkenntnisse am Institut für Sportwissenschaften in Köln. Dort hat man herausgefunden, dass eine Holzmanschette am Baum die Schäden an der Rinde verhindert", sagt Vasen. Mit dieser kostengünstigeren Methode könnte man Bäume schützen und gleichzeitig für Slackliner zugänglich machen.