fudder-Interview

Neue Partyreihe für Freiburg: Dan Dynomite spricht über Soul Relation im Great Räng Teng Teng

Anika Maldacker

Nachdem die Partyreihe Soul Relation im Juli im Great Rängt Teng Teng in die Testphase ging, soll sie jetzt alle zwei Monate stattfinden. Am 1. Dezember geht’s los. fudder hat mit Initiator Dan Dynomite alias Daniel Wanders gesprochen.

Du hast dir mit Soul Relation ein neues Partyformat überlegt. Was steckt dahinter?

Ich sammle seltene Funk-Platten. Soul Relation ist eigentlich eine Mischung aus allen schwarzen Musikstilen, alles wo so ein bisschen schwarze Musik drinsteckt. Deshalb der Name Soul Relation. Das können auch weiße Künstler sein. Aber alles, was Rhythm’n’Blues ist, was Rhythmus hat, soll vereint werden. Die Musik wird eher unbekannt sein, aber extrem tanzbar und gleichzeitig alles von echtem Vinyl.

Was ist das Besondere an der Partyreihe?

Ich behaupte jetzt ganz dreist, dass mindestens 80 Prozent der Stücke nicht bekannt sind, weil sie nicht auf CD erhältlich sind. Das sind ganz rare Stücke von Platten aus den 50ern und 60ern. Da muss man schon gezielt suchen, denn das läuft nicht im Radio. Die Leute werden merken: Die Musik ist extrem tanzbar, aber dennoch unbekannt.



Wie kommst Du an deine Platten?

Man hört viele Mixtapes von anderen DJs und kommt durch das Auflegen mit befreundeten DJs an solche Sachen ran. Ich suche auf speziellen Webseiten, auf denen man Platten kaufen kann, auf Ebay und bei Facebook-Tauschbörsen.

Verkaufst Du Platten, die Du nicht brauchbar findest?

Das ist mein Problem (lacht). Ich kaufe weitaus mehr, als ich verkaufe. Ich hab als DJ zwei Boxen, mehr will ich nicht. Wenn ich dann eine neue Platte will, bedeutet das, dass ich eine alte verkaufen muss. Zuhause habe ich aber noch weitere sechs Ikea-Regale und fünf Kisten voll mit Platten anderer Musikrichtungen stehen.

Im Juli gab es deine Soul-Party im Räng Teng Teng auch, aber noch nicht als Reihe gekennzeichnet. War das der Test?

Das war das Soft Opening zum Antesten. Ich kannte das Räng damals nicht. Mir ist wichtig, dass die Atmosphäre des Clubs zur Musik passt. Mir war wichtig, dass der Club einen Vintage-Style hat. Das hat sofort alles gepasst. Am Räng gefällt mir, dass alle offen und locker sind und offen für ein neues Format.

Wieso Soul?

Das zieht sich bei mir durch’s Leben. Ich sammle eigentlich richtig hartes Funk-Zeug, was eine Spielrichtung von Soulmusik ist und in den 70ern hochkam, wo dann die Black-Power-Bewegung entstand und die Musik etwas kraftvoller wurde. Soul ist eine Unterhaltungsmusik, Funk eine Nischenmusik. Da habe ich als Funk-Fan irgendwann gemerkt, dass man mit richtig hartem Funk nur Nerds erreicht, aber mit Soul eben ein breiteres Publikum von 18 aufwärts bis 90.



Fehlt Freiburg eine solche Veranstaltung?

Ja. Denn wenn ich den Markt dafür nicht sehen würde, würde ich die Reihe nicht machen. E gibt schon Partys, bei denen Soul gespielt wird, aber nicht so rein und nicht Vintage. Insofern finde ich, dass die Party zu Freiburg passt. Die Reihe soll alle zwei Monate im Räng stattfinden und ein kleiner Geheimtipp bleiben.

Wie sieht für dich ein perfekter Partyabend aus?

Die Leute kämen früh und bleiben nicht so lange. Und am liebsten ist mir, wenn die Gäste durchtanzen. Ich find’s immer schrecklich, wenn die Leute um zwei Uhr nachts kommen und sich beschweren, wenn um 5 Uhr die Musik ausgeht. Das finde ich schade, weil vorher viel passieren kann. Gut ist auch, wenn es wenig Wünsche zu Musiktiteln gibt – dann habe ich alles richtig gemacht. Das freut mich auch, wenn ich merke, dass die Gäste sich auf unbekannte Musik einlassen.



Du bist vor vergangenes Jahr nach Freiburg gezogen. Wie kam’s?

Ich wollte schon vor sieben Jahren nach Freiburg ziehen, als mein Arbeitgeber in Freiburg eine Niederlassung aufmachen wollte. Ich war schon immer auf den Rebeat Funk Nights im Ruefetto. Das Publikum hat mir dort schon immer gefallen. Ich finde, in einer kleinen Stadt kann man auch immer mehr bewegen, als in einer großen Stadt.

Du legst aber auch in anderen Städten auf wie im Juni in Sankt Petersburg. Wie war das?

Ich war eine Woche in Sankt Petersburg und habe mit anderen Plattensammlern verbracht. Durch die habe ich die Kultur der Stadt kennengelernt. Russland ist ein offenes Land. Die Leute sind sehr offen und haben mich herzlich empfangen. Und in russischen Clubs aufzulegen, ist was anderes, als in Deutschland aufzulegen. Man trinkt dort mehr Wodka! (lacht) Die Feiernden haben wenig Liederwünsche geäußert, was vielleicht einerseits an der Hemmung liegen kann, Englisch zu sprechen. Mein Gefühl war aber, dass die Leute sich schneller auf Musik einlassen, die sie nicht kennen und auch Nischen schätzen.
Was: Soul Relation mit Dan Dynomite
Wann: 1. Dezember, 23 Uhr
Wo: The Great Räng Teng Teng
Eintritt: 5 Euro

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