Neue Nutzungsregelung für die Sternwaldwiese

Frank Zimmermann

Jetzt ist es amtlich: Die Feuerstellen auf der Sternwaldwiese im Stadtteil Wiehre werden in der kommenden Woche abgebaut, offene Feuer jeglicher Art – natürlich auch das wilde Grillen – sind künftig verboten. Was sich sonst auf der Problemwiese ändert:


Diese neue Lösung haben Stadtverwaltung, Polizei, der Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee und ein von Anwohnern beauftragter Rechtsanwalt an einem Runden Tisch ausgearbeitet. Trostpflaster für Grillfreunde: Wer seinen Gas- oder Holzgrill samt Kohle mitbringt, darf auch künftig auf der populären Wiese grillen.


Der Streit um die Sternwaldwiese dauert schon Jahre an, und die Bemühungen um einen Kompromiss waren intensiv. Zuletzt wurden vor drei Jahren die drei offiziellen Grillstellen in den südlichen Bereich der Wiese nahe des Schlittenhangs verlegt und der Bolzplatz um 90 Grad gedreht. Damit verbunden hatte man die Hoffnung, dass die Anwohner weniger durch Rauch belästigt werden. Der ist beispielsweise besonders störend für die mit Belüftungen ausgestatteten Passivhäuser an der Richard-Kuenzer-Straße unterhalb des Wasserschlösschens und offenbar noch problematischer als Lärm und Müll. Ein Problem ist auch, dass viele Grillfreudige feuchtes Holz und Laub und andere Gegenstände verfeuern, die für eine starke Rauchentwicklung sorgen. Die Maßnahmen von 2009 hätten nur "eingeschränkten Erfolg" gebracht, räumt Martin Leser, stellvertretender Leiter des städtischen Garten- und Tiefbauamts, ein – "es hat sich nicht viel geändert".

Diese Bilanz war für die rauch- und lärmgeplagten Anwohner aus der Wiehre Anlass, auf eine andere Lösung zu drängen. Am liebsten wäre ihnen ein generelles Grillverbot gewesen, während Bürgerverein und Stadtverwaltung einen Kompromiss suchten. Die Sternwaldwiese sei von Jugendlichen als Attraktion genannt worden, sagt der Bürgervereinsvorsitzende Karl-Ernst Friederich. "Wir wollten keine juristische Auseinandersetzung", erklärt Leser das Vorgehen der Stadt, sagt aber auch, dass das Grillen auf der Sternwaldwiese – an schönen Sommerabenden geht die Zahl der Besucher aus der ganzen Region von Lörrach bis nördlich von Emmendingen in die Hunderte – eine Qualität erreicht habe, "die von der Bevölkerung nicht mehr hinnehmbar ist".

Die vorhandenen Grillstellen werden nun in der kommenden Woche abgebaut, und wo illegal gegrillt wurde, soll, um ein Zeichen zu setzen, neuer Rasen verlegt werden. Als Ersatz werden die Grillstellen Silbertobel (Linie 2, Nähe Haltestelle Holbeinstraße) und Seehau (Linie 3, Nähe Endhaltestelle Haid) erweitert. Zudem wird der Bolzplatz auf der Sternwaldwiese wieder in seine alte Lage zurückversetzt, seit der Veränderung gab es Kritik, dass er zu klein und schräg sei. Dafür werden die Tore an ihre alte Position gestellt, so dass wieder in Nord-Süd-Richtung gekickt wird. Um zu signalisieren, dass es auch ohne Lagerfeuer geht, will die Stadt an einem Sommerabend Fackeln verteilen.

Dass das neue Verbot vor allem am Anfang nicht ohne Kontrollen funktioniert, ist Leser klar, deshalb setzt man im Rathaus auch auf die Mithilfe der Polizei, auch wenn der stellvertretende Amtsleiter betont: "Wir wollen nicht mit dem Verbotsknüppel kommen und nichts kaputt machen, aber das Ganze ein Stück weit lenken." Leser glaubt, dass die Zahl der Wiesenbesucher zurückgehen wird, da nicht jeder seinen Grill mitbringen wolle: "Ich gehe davon aus, dass das nicht mehr die Attraktion sein wird."

Der Bürgervereinsvorsitzende Friederich hofft, dass sich die Lage jetzt entspannt, sagt aber auch: "Es würde mich wundern, wenn das Thema nun für alle Zeit erledigt wäre."

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  [Bild: Ingo Schneider]