Neue Kronenbrücke soll zwischen 7 und 9 Millionen Euro kosten

David Weigend

Oberbürgermeister Dieter Salomon und der Erste Bürgermeister Otto Neideck haben heute Vormittag versucht, Abriss und Neubau der Kronenbrücke schmackhaft zu machen. Der Neubau sei notwendig, da eine sanierte Brücke die geplante Stadtbahnlinie nicht aufnehmen könne. Der Gemeinderat entscheidet kommenden Dienstag.



In den vergangenen Monaten haben Gutachter das Bauwerk aus dem Jahr 1969 untersucht. Sie fanden an der Brücke erhebliche Mängel wie Betonabplatzungen, Korrosion, Risse und Chloride im Beton, außerdem Wasser in den Hohlkästen. "Die Brücke ist in einem bemitleidenswerten Zustand", sagte Salomon. Die Gutachter stuften den Zustand der Brücke als kritisch ein, mit der Bewertung 2,9. Ab der Note 3,0 sind Verkehrseinschränkungen erforderlich.


"Wir gehen davon aus, dass wir für den geplanten Neubau der Brücke eine Mehrheit im Gemeinderat kriegen", so Salomon. Die Alternative, eine Sanierung, sei nicht sinnvoll, da sie auch mindestens 2,5 Millionen Euro kosten würde, zumal die sanierte Brücke die geplante Stadtbahntrasse zwischen Kronenstraße und Rotteckring (Stadttheater) nicht tragen könnte.



Die neue Kronenbrücke, die Salomon und Neideck nun bauen lassen wollen, würde zwischen 7 und 9 Millionen Euro kosten, davon verbucht man etwa 2,5 Millionen Euro Abrisskosten für die alte Brücke. In der Mitte der neuen Version würde die Bahntrasse verlaufen, rechts und links jeweils zwei Abbiegerspuren.

Frank Uekermann, Leiter des Garten- und Tiefbauamts, sagte, dass sich das Versagen der Materialien bei einer Spannbetonbrücke wie der Kronenbrücke "schlagartig bemerkbar" mache, räumte aber gleichwohl ein: "Wenn wir den Verdacht hätten, dass sie nicht hält, hätten wir entsprechende Maßnahmen getroffen. Es besteht derzeit kein Sicherheitsrisiko."

Außerdem begrüßte Uekermann den Bau einer neuen Brücke, da man sie optimal mit den Planungen des Stadttunnels abstimmen könne: "Angesichts sehr schwieriger Rahmenbedingungen an dieser Stelle sind wir froh um jeden Spielraum."



Der Erste Bürgermeister Otto Neideck sagte, man bekomme jetzt die "Bausünden der 60er und 70er-Jahre zu spüren". Damals habe man fälschlicherweise angenommen, dass man Brücken mit weniger Beton bauen könne. Auf die Frage, welche Freiburger Brücken demnächst noch wegen ihrer mangelhaften Bauweise abgerissen werden müssen, gaben Neideck und Uekermann keine klare Antwort.



Die Baustelle Kronenbrücke würde für den Verkehr auf dem Autobahnzubringer einige Probleme mit sich bringen: eine "knifflige, logistische Aufgabe" (Neideck), aber "grundsätzlich machbar" (Salomon). Die Entscheidung für den Neubau müsse jetzt schon fallen, damit man rechtzeitig die entsprechenden Förderanträge an Bund und Land stellen könne.

Der Kioskbesitzer an der Kronenbrücke macht sich über sein Geschäft übrigens keine Sorgen: "Mein Kiosk läuft ganz normal weiter. Ich bin ja nicht auf, sondern an der Brücke. Die sollen ruhig abreißen." Neideck deutete heute an, dass wohl erst im Zeitraum 2012 / 2013 mit dem Neubau der Brücke begonnen werden könnte.

Mehr dazu:

BZ online: Kronenbrücke soll abgerissen werden