Neue Bar mit Kitschkonzept: Im April eröffnet Erika

Bernhard Amelung

Im April soll Freiburgs Bar- und Nachtlebenkultur um eine Adresse reicher werden: 'Erika' öffnet in der Oberen Altstadt die Tür zu ihrem Wohnzimmer. Wo genau das sein wird, will der Betreiber nicht im Internet lesbar haben. Bernhard war für uns vor Ort:



Erika
ist neu in Freiburg. Aber auf Facebook hat sie schon 312 Freunde. Es scheint, als habe Freiburgs neueste Bar schon vor ihrer Eröffnung schon manchem Nachtschwärmer den Kopf verdreht. Jeder, der von ihr gehört hat, möchte sie kennen lernen.


Erika Betreiber ist ein bisschen wie sein Laden: klein, quirlig und ein wenig durchgeknallt. Wo genau Erika Freiburgs Bar- und Café-Landschaft bereichern soll, will er nicht im Internet lesen, seinen Namen ebenalls nicht und Fotos soll es auch nicht geben. Deswegen soll nur so viel verraten werden: die wohnzimmergroße Erika befindet sich in der Oberen Altstadt, unweit des Schwabentors und der ehemaligen Arena-Bar. Und bald soll's losgehen: "Ich hoffe, ab Mitte April die ersten Gäste begrüssen zu dürfen."

Noch ist Erika eine Baustelle. Motorsäge, Fuchsschwanz, Schraub- und Bohrwerkzeug liegen auf dem Boden. Wo einmal Bartresen, Barhocker und weitere Sitzelemente hinkommen, stehen noch Styroporblöcke und Farbeimer. Zu ihrer Eröffnung wird sich Erika in einem Kitschgewand präsentieren, wie es Freiburg noch nicht gesehen hat. "Endweder rufe ich damit Ablehnung oder Bewunderung hervor", deutet Erikas Besitzer an. Für Möbel und einige Dekorationsgegenstände fährt er beispielsweise nach Köln. Dort gebe es ein Einrichtungskaufhaus, das Möbel, Kitsch und Kleinkram im Stil der 20er-Jahre bis zurJetztzeit anbiete.

Das Kitschkonzept soll auch in der Getränkekarte durchschlagen. Erika wolle ihre zukünftigen Gäste hin und wieder auf eine Zeitreise nehmen und sie mit Drinks verwöhnen, wie sie in den 60er und 70er Jahren jede Garten- oder WG-Party in ein orgiastisches Fest verwandelt haben. Dazu gehören im Sommer auch knallbunte Bowlen. "Der Laden soll alles andere als normal werden. Das fängt bei der Augenkrebstapete an und hört bei zuckersüßen Drinks auf."

Wen möchte Erika in Zukunft in ihrem Wohnzimmer haben? "Menschen, die auch ein wenig durchgeknallt sind, wie ich. Und Menschen, die sich nicht daran stören, wenn ab einer gewissen Uhrzeit ein graublauer Dunst über dem Bartresen schwebt." Denn Erika soll ein Raucherlokal werden. Das ständige Aufstehen, Rausgehen und Wiederreinkommen der Raucher sorge nur für Unruhe und Lärm - und das störe zwangsläufig auch die Nachbarn. Erika setzt von Anfang an darauf, ein gutes Verhältnis zu den Menschen in ihrer Nachbarschaft aufzubauen, die mit rebellischen Altrockern, Liebe Suchenden und Studenten ebenfalls sehr bunt ist.

Bleibt noch die Frage, wie Erika zu ihrem Namen kam: "Der Laden war schon lange geplant, da saßen wir eines morgens feuchtfröhlich beisammen und sagten: 'Weisst du was, sie soll Erika heissen'."

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