Neu in Achern: Theodor Noise Club

David Weigend & Bernhard Amelung

Der Theodor Noise Club ist der frisch eröffnete Nachfolger der "Möhre" in Achern. Der Betreiber ist derselbe geblieben und hat sich einiges vorgenommen. Er will einen Mitmachclub zwischen Gitarre und Elektronik aufziehen. Mit Chez Damier hat er für Samstag gleich mal einen House-Hochkaräter ans DJ-Pult geladen. Vier Fragen zum neuen Konzept.



"International Deepness in Achern-City. Wer‘s glaubt wird seelig", schreiben die Betreiber vom Theodor Noise Club in den Werbetext für Chez Damier. Wir fassen das mal als Ironie auf. Immerhin gilt der Mann aus Detroit als Begründer des Deephouse, als einer, der Zuhörern und Tänzern tatsächlich einen seeligen Gesichtsausdruck ins Gesicht zaubern kann.


Ende der 1980er Jahre eröffnete er zusammen mit Alton Miller und Derrick May den wohl ersten Technoclub der Welt, das Music Institute in Detroit. Außerdem gründete er mit Ron Trent das stilprägende Label Prescription.

Damier macht den Auftakt für die Serie Jack to Future, in der House-DJs aus aller Welt in die Ortenau eingeladen werden sollen. Wie schon erwähnt, soll das Booking für den Theodor Noise Club aber nicht nur Freunde elektronischer Tanzmusik ansprechen, sondern auch Gitarrenmusikmöger. So eröffnete am Samstag die Kölner Indierocker Geist den erfreulichen Relaunch in Achern, für freitags ist stets eine zünftige Indierockdisse geplant.



Vier Fragen an Christian Eiken, Pressesprecher von Theodor Noise


Christian, wie kam es von der Möhre zum Noise?

Durch die Schließung des ehemaligen Kulturclubs DIE MOEHRE ist im Nachtleben der Ortenau eine Lücke entstanden, die wir schließen wollten. Über fünf Jahre lang haben sich die Macher der Möhre darum bemüht, der hiesigen Mainstream- und Preis-Dumping-Partykultur im positiven Sinne die Stirn zu bieten. Es wurden Bands und DJ's gebucht, die sonst eher selten bis gar nicht auf den Bühnen der Gegend zu sehen waren. Ein Konzept, das leider nicht immer honoriert wurde.

Doch als ehemalige Stammkunden der MOEHRE haben wir immer an das Potenzial einer alternativen Ausgehplattform in der Ortenau geglaubt. Um unsere Ideale in Bezug auf das Nachtleben zu verwirklichen, schien es uns naheliegend, es einfach selbst zu versuchen.

Wie würdest du den neuen Club beschreiben?

Der Club soll neben klassischen Tanzpartys und Konzerten auch Kleinkunst, Lesungen und Ausstellungen beheimaten. Hierfür erarbeiten wir derzeit das Konzept "Kultursonntag". Uns geht es uns vor allem darum, Inhalte zu bieten, die wir auch durch den Input unserer Gäste verwirklichen möchten. Wir sind an Austausch und gemeinsamer Weiterentwicklung interessiert. Deshalb werden wir die "Theodor-Noise-Entwicklungshilfe" einrichten. Eine Art Meckerkasten, der hoffentlich zur Mitgestaltung einlädt. Neben Feedback und Kritik kann so auch Freiraum für eigene Projekte entstehen.

Was ist das Design- und Soundkonzept des Clubs?

Die neue LED-Lichttechnik verbraucht mit insgesamt nur 200 Watt gerade mal soviel Strom wie ein einzelner, klassischer Bühnenscheinwerfer. Das könnte man vielleicht schon "ökologisches Feiern" nennen. Ich bin technisch nicht so versiert, kann aber berichten, dass das 4-Wege-Soundsystem absolut satt klingt und die Bassfrequenzen meine Hose beim Eröffnungskonzert zum Flattern gebracht haben. Im Design des Clubs wird sich in den kommenden Monaten immer wieder was tun.

Welche musikalische Richtung schlägt Theodor Noise ein?

Der Freitag steht im Sinne der rockigen Vielseitigkeit: ein Mix aus Alternative, Indie, Punk, Hardcore und Party-Classics. Samstags wird es überwiegend Konzerte und Elektronik-Parties geben. Dazu, wie mit dem Projekt Kultursonntag angedeutet, wollen wir aber auch Jazzabende und Salsa-Tanzparties anbieten. Alles Weitere wird sich im Laufe der Zeit ergeben. Dafür sind die Gäste eben auch ein Stück mitverantwortlich.



Theodor Noise Club: MySpace

Was: Jack to Future mit Chez Damier
Wann: Samstag, 10. Oktober, 22 Uhr
Wo: Theodor Noise Club, Severinstr. 7, 77855 Achern (direkt am Bahnhof)