Neo Rodeo: So war das Release-Konzert im Teng

Alexander Ochs

Die Freiburger Lokalmatadoren Neo Rodeo haben im Great Räng Teng Teng das Release ihres zweiten Albums gefeiert. Wie war’s?

Schummrig-dämmriges Kaschemmenlicht dimmt den Keller fast auf Rotlichtniveau. Trotzdem schön auszumachen: Fünf Jacky-Cola sind auf der Bühne gerichtet. Es geht bald los. Das Teng ist gut gefüllt, aber nicht gestopft voll. Vor der kleinen Teng-Bühne tummeln sich gut 100 Leute. 20 Mal so viele wie die Bandmitglieder. Wo bleiben die bloß?


Das Gros des Publikums besteht aus Leuten zwischen Mitte 20 bis Mitte 30. Die Stimmung ist sommerlich entspannt, auch das ein oder andere Kleid oder Shorts lassen sich blicken.

Sänger und Rhythmusgitarrist Johannes Winter führt die fünfköpfige Combo an, flankiert von Mathias Greule an der Leadgitarre, Bassmann Simon Martin und Jan Ullmann an den Tasten. Dahinter thront, fast ein wenig versteckt, aber unüberhörbar, Drummer Jeremy Dhôme. Während die Fünf überwiegend dunkel bis blau gewandet sind, gönnt sich nur der Schlagwerker ein weißes Poloshirt. Ach ja, und helle Socken.

"Wo ist das Koks?!"


Mit "Was auch immer es ist", einer kraftvollen Gitarrenpopnummer mit eingängigem Riff, servieren die Freiburger gleich die Single vom neuen Album "Bingo Ringo". Der Name lässt es erahnen: Die Jungs stapeln nicht tief und nehmen sich nicht todernst, sondern orientieren sich augenzwinkernd an den vier Pilzköpfen aus Liverpool. Und die haben ja bekanntlich Musik für die Ewigkeit geschaffen, und das kübelweise.

Was gefällt: Neo Rodeo sind mit der ersten Sekunde voll da, trumpfen tight und tough auf. Alles andere als sediert gibt sich die Truppe bei "Ich bin müde", einem Cover des großen Rio Reiser. Countryesk wird es bei "Mein junges und sorgloses Herz" vom Debütalbum 2013. Nach einer guten halben Stunde die einzige kurze Verschnaufpause: Während eine Instrumentalpassage läuft, schenkt Johannes, der Sänger, seinen Gästen reinen Whisky ein und verteilt ihn ans Publikum. Einer der Beschenkten fragt gleich nach: "Wo ist das Koks?!"

Doch der nebel-, rauch- und seventiesgeschwängerte Bluesrock dürfte in etwa denselben Effekt auf Musik-Aficionados haben. Drum-atisch grundiert, bietet der am Britpop geschulte Sound von Neo Rodeo immer wieder Mitsingappeal. Solide, druckvoll, begeisternd – die Jungs feiern ihr heißes Heimspiel. Und werden dafür gefeiert. Klatschnass tropfen die Fünf nach zwei Zugabeblöcken und 19 Songs in 90 Minuten von der Bühne.