Nackt-Kunst vor dem Sex-Shop muss weg - wegen Plakatierverbot!

Daniel Laufer

Die Foto-Collage der Freiburger Künstlerin Korona Stejke zeigt Brüste, Milch und einen Puppenkopf. Jetzt muss sie vor dem Sex-Shop in der Habsburgerstraße verschwinden. Denn die Betreiberin erhielt Post von der Stadtverwaltung:

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Die Foto-Kunst vor dem Sex-Shop "Angelique" an der Habsburgerstraße muss verschwinden - aber nicht wegen der schlüpfrigen Darstellung. Die Playboy-Nippel mögen nicht jugendfrei sein, sie sind aber wohl nicht das Problem.


Die Stadt Freiburg weist auf ein ganz anderes Vergehen hin: "Das Plakatieren außerhalb von zugelassenen Plakatträgern ist untersagt." So steht das in einem Brief, den das Baurechtsamt am Montag an die Betreiberin des Sex-Shops geschickt hat. Weiter: "Zur Vermeidung eines Bußgeldverfahrens fordern wir Sie deshalb auf, das linkerhand vom Eingang angebrachte Werbeplakat unverzüglich, dauerhaft und ersatzlos zu entfernen." Ein Vertreter des Baurechtsamts war dazu am Freitagmittag nicht zu sprechen.

Kunst oder Werbung?

Die Entscheidung ist damit gefallen. Nur: Für Werbung hält die Freiburger Künstlerin Korona Stejke ihr Werk nicht. "Ich wollte den Begriff des Sex-Shops ein bisschen aus der Schmuddelecke rausbringen, ihn erweitern und in einen natürlichen Kontext setzen", sagte sie uns am Dienstag noch im Interview. "Mutterschaft und Sexualität gehören zusammen und zum Menschsein und Frausein dazu."

Eigentlich wollte sie im Stadtgebiet noch weitere Arbeiten veröffentlichen - in der gleichen Form wie vor dem Sex-Shop wird das wohl kaum möglich sein. "Es wird für mich damit generell schwierig, im öffentlichen Raum etwas auszustellen - ich müsste ja immer eine Genehmigung einholen", so Stejke. "Alles, was Anstoß erregt - was Kunst ja auch möchte - ist damit ausgeschlossen."

Nun werden die Brüste also wieder der nackten Fassade weichen. Kommentar? Den Gangster-Boss Al Capone steckten die amerikanischen Behörden damals ja auch nicht wegen der organisierten Kriminalität ins Gefängnis. Stattdessen verurteilten sie ihn wegen Steuerhinterziehung. Der Effekt war freilich derselbe: Al Capone war weg, die Gefahr gebannt. Wie die in der Habsburgerstraße jetzt auch.

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[Fotos: Korona Stejke]