BZ-Hautnah

Nachts in der Stadt – wie sicher ist Freiburg?

Frank Zimmermann

Nach der Gruppenvergewaltigung wird in Freiburg wieder die Sicherheitsfrage gestellt. Was unternehmen Polizei und Stadtverwaltung, um die Sicherheit zu erhöhen? Was können Frauen tun, um sich selbst wieder sicherer zu fühlen? Darüber hat auch die Badische Zeitung mit Experten in der Mensa Bar debattiert. Die Veranstaltung wurde live übertragen.

Hinweis: Die Debatte im archivierten Livestream beginnt etwa ab der 8. Minute


Die Gruppenvergewaltigung einer 18 Jahre alten Frau am 14. Oktober im Hans-Bunte-Club hat die ganze Stadt schockiert. Es gibt eine neue Debatte um die Sicherheit in Freiburg – wie schon vor zwei Jahren nach den beiden Morden an Maria Ladenburger an der Dreisam und Carolin G. in Endingen. Die Politik hat bereits reagiert: Stadt und Landesregierung haben die Sicherheitspartnerschaft erneuert und ausgebaut. Damit soll die Stadt sicherer werden.

Rund 180 Menschen haben in der Mensa in der Rempartstraße einer Diskussion der Badischen Zeitung über die Sicherheit in der Stadt beigewohnt. Auf dem Podium saßen Claudia Winker von der Organisation Frauenhorizonte, die sich um Opfer sexualisierter Gewalt kümmert, die städtische Frauenbeauftragte Simone Thomas, Slow-Club-Betreiberin Jule Landenberger, Polizeipräsident Bernhard Rotzinger und der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach. Die BZ-Redakteure Carolin Buchheim und Joachim Röderer moderierten die Diskussion.

Einig waren sich alle Beteiligten auf dem Podium, dass das Sicherheitsgefühl in der Stadt durch die Gruppenvergewaltigung Anfang Oktober stark gelitten hat. Und die Zahlen der Polizei bestätigen das: 2017 und auch in diesem Jahr ist die Zahl der angezeigten Sexualdelikte gestiegen. Einigkeit herrschte auf dem Podium darin, dass nur eine ehrliche, aber auch differenzierte Debatte dem komplexen Thema gerecht wird. Und dass aber auch konkrete Verbesserungen vonnöten sind, etwa beim Frauennachttaxi-Konzept oder wie Frauen und ihr Umfeld adäquat reagieren in Grauzonen-Fällen unterhalb der strafrechtlichen Grenze, etwa bei verbaler Anmache oder Grapscherei.
Im Laufe des Dienstags liefert die BZ eine ausführliche Zusammenfassung der lebhaften Debatte nach.

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