Nach Hunde-Attacke: Güterzug rast in Schafherde

fudder-Redaktion

[UPDATE um 15:35] Am frühen Montagmorgen ist ein Güterzug bei March-Hugstetten in eine Schafherde gerast. Dabei sind Dutzende Tiere ums Leben gekommen. Es kam zu Behinderungen im Berufsverkehr.

Wie die Bundespolizei berichtet,  kollidierte der Güterzug in der Nähe der Ortschaft March-Hugstetten (Kaiserstuhl) mit einer großen Schafherde. Bei dem Unfall wurden 67 Schafe (Stand: 15:35 Uhr) getötet und weitere Tiere verletzt. Der verunglückte Zug konnte seine Fahrt später fortsetzen. Menschen wurden nicht verletzt.


Der Güterzug der SWEG befand sich gegen 4.30 Uhr auf einer Fahrt von Gottenheim nach Freiburg. In einem Waldstück bei Hugstetten sah der Lokführer plötzlich die Schafherde auf den Gleisen stehen und leitete eine Schnellbremsung ein. Den Zusammenstoß konnte er jedoch nicht mehr verhindern.

„Die Herde muss in Panik direkt auf die Gleise zugesteuert und dort unmittelbar auf den Zug getroffen sein“, sagt Thomas Gerbert von der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein. Die Landes- und Bundespolizei war mit mehreren Beamten am Unfallort. Zudem waren die Feuerwehr, ein Notfallmanager der Deutschen Bahn AG und zwei Veterinäre im Einsatz. „Die Einsatzkräfte sprachen von einem Schlachtfeld und einem sehr unappetitlichem Anblick“, so Gerbert.

Die S-Bahn-Strecke zwischen Breisach und Freiburg war für die Dauer der Bergungsarbeiten zwischen den Ortschaften Gottenheim und March-Hugstetten voll gesperrt. Kurz vor 7 Uhr konnte die im Berufsverkehr stark genutzte Strecke wieder freigegeben werden. Während der Streckensperrung wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Hundeattacke führte Schaf-Panik

Noch während Feuerwehr und Mitarbeiter des vom Marcher Bürgermeisters Josef Hügele angeforderten Bauhofs daran ging, die Tierkörper einzusammeln, nahmen Landes- und Bundespolizei bereits eine heiße Spur auf. Erste Ermittlungen deuteten auf zwei Hunde hin, die an der Unfallstelle gesichtet wurden. Die heiße Spur bestätigte sich, nachdem feststand, dass auch ein totgebissenes Schaf aufgefunden wurde.

Die Herde hatte nach der Hundeattacke in Panik die Absperrungen durchbrochen und war Richtung Bahngleis geflüchtet. Dort kam es dann um 4.30 Uhr zu der Kollision mit dem Güterzug. Die beiden aggressiven Hunde waren schnell identifiziert: Ein Husky und ein spanischer Mischlingshund, die schon im Januar auf einem anderen Grundstück mehrere Schafe gerissen hatten, kommen als Verursacher infrage. Sie hatten sich offensichtlich unbemerkt vom heimischen Grundstück entfernt. Weitere Ermittlungen gegen die Hundebesitzer laufen.

Auf die Hundehalter kommen nun hohe Schadenersatzforderungen zu. Der vorläufige Schaden beläuft sich auf ca. 9.000 Euro.

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