Schäden im Anbau

Nach Brandstiftung: Schule bleibt erst einmal gesperrt

Joachim Röderer

Das Feuer an der Albert-Schweitzer-Werkrealschule ist laut Kripo wohl von Brandstiftern gelegt worden. Der Technikraum wurde zerstört. Bis Mittwoch kann das Hauptgebäude nicht genutzt werden.

[Aktualisierung um 16 Uhr]Am Sonntagabend war der Feuerwehr ein Brand in der Albert-Schweitzer-Werkrealschule im Freiburger Stadtteil Landwasser gemeldet worden. Bei den Mülltonnen vor einem Anbau war das Feuer ausgebrochen und hatte rasch auf die Technikräume übergegriffen. Nur durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr konnte ein Vollbrand verhindert werden. Es war großes Glück, dass Anwohner das Feuer überhaupt bemerkten. Denn der betreffende Bereich liegt in einem hinteren Winkel des weitläufigen Schulgeländes weg von der Wohnbebauung zu einem Wäldchen hin.


Mehrere gezielte Attacken auf die Schule

Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde und ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung. In dem Bereich, in dem das Feuer an der Fassade ausgebrochen sein muss, standen die Container für Altpapier und für die Gelben Säcke. "Von diesem Container ist nichts mehr übrig – alles geschmolzen und verbrannt", sagte Schulleiter Joachim Diensberg am Montagmorgen. Ein Brandsachverständiger werde die Brandstelle noch begutachten, meldete die Polizei am Montagmittag.

In den vergangenen Tagen hat offenbar es mehrere Auffälligkeiten an der Schule gegeben. So ist der Briefkasten der Schule durch Silvesterböller gesprengt worden. Böller landeten auch im Physikraum. Und an der frisch renovierten Turnhalle wurden während der Ferien die Scheiben eingeworfen. Anwohner in Landwasser berichteten der BZ, dass am Sonntagabend ein lauter Böllerknall zu hören gewesen sein soll. Gut eine halbe Stunde danach sei dann die Feuerwehr angefahren. Auch an vielen anderen Gebäuden in Landwasser seien in den vergangenen Tagen Briefkästen durch Böller beschädigt worden.

Der Rektor hat sich am Montagmorgen entschieden, die rund 200 Schülerinnen und Schüler wieder nach Hause zu schicken. "Es stinkt wahnsinnig nach Rauch", so Diensberg gegenüber der BZ. Er hat das Schulamt und das Gebäudemanagement Freiburg (GMF) informiert. Nun wird zunächst in der Schule eine Schadstoffmessung veranlasst. Am Mittwochvormittag soll es dann eine Begehung mit Experten und mit Vertretern der Gebäudeversicherung geben. Danach wird entschieden, ob das Hauptgebäude wieder genutzt werden kann. Bis inklusive Mittwoch gibt es dort keinen Unterrichtet. Die Neuntklässler, die vor den Prüfungen stehen, werden in andere Gebäude ausgelagert. Die Zehntklässler und die Vorbereitungsklassen sind bereits ausgelagert.



Haupttechnikraum wurde zerstört

Defintiv nicht mehr zu gebrauchen ist der in einem Anbau untergebrachte Haupttechnikraum der Schule. "Das Gebäude ist zerstört", so Schulleiter Diensberg. Es gibt auch Wasserschäden in dem Schulraum, der bislang allerdings noch nicht betreten werden konnte. Zudem hat die Feuerwehr bei den Löscharbeiten das Dach öffnen müssen, um an die darin versteckten Glutnester zu kommen. Für die Schule ist der mutmaßliche Brandanschlag auch deswegen so bitter, weil der Technikraum erst vor kurzem neu hergerichtet worden ist.

Zudem beginnen in der kommenden Woche die Projektprüfungen für die 9. Klassen: "Da hätten wir den Raum gebraucht", so Diensberg. Hinzu kommt: Auch die ebenfalls auf dem Schulgelände beheimatete Albert-Schweitzer-Förderschule kann ihren Technikraum nicht nutzen. Dieser darf schon längere Zeit wegen Hochwassers nicht betreten werden. Die Förderschule muss deswegen in entsprechende Räume der Gerhart-Hauptmann-Schule ausweichen.

Durch das Feuer an der Werkrealschule waren auch einige Fensterscheiben der benachbarten Grundschule zu Bruch gegangen. Die Feuerwehr war am Sonntagabend gegen 20 Uhr von Anwohnern alarmiert worden, die einen Feuerschein auf dem Schulgelände bemerkt hatten. Die Feuerwehr kam gerade noch rechtzeitig – und konnte durch ihr schnelles Eingreifen den Vollbrand an der Schule verhindern.

Die Kripo sucht nun Zeugen, die am frühen Abend verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Schule gesehen oder sonstige verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise bitte an den Kriminaldauerdienst unter Tel. 0761/882-5777 (rund um die Uhr besetzt).