MyParfuem.de: Parfüm zum Selbermixen

Gina Kutkat

Auf MyParfuem.de kann sich jeder in drei Schritten sein eigenes Parfüm mixen - auch wenn man von Kopf-, Herz- und Basisnote keinen blassen Schimmer hat. Gina hat den Onlinedienst für fudder getestet und den frisch-fruchtigen fudder-Flavour kreiert: der Schnupper-Test.

Die Duftbasis


"Wählen Sie eine Duftbasis" lautet meine erste Aufgabe auf MyParfuem.de. Frauen können zwischen weiblich blumig, weiblich frisch, fruchtig oder orientalisch wählen. Weiblich und frisch ist meiner Meinung nach die beste Lösung und schon ist die Duftbasis für mein Parfüm gefunden. "Dieses Parfüm eignet sich hervorragend für den Sommer oder für Urlaub in warmen Ländern." Klingt doch ganz gut.

Bei den Männern ist die Auswahl exotischer: sie müssen sich entscheiden, ob sie lieber männlich grün, orientalisch, würzig oder frisch riechen möchten.

Die Zutaten

Schritt zwei verlangt von mir, aus über 20 Zutaten ein paar Essenzen für meinen Duft auszuwählen. Sie sind in die drei Kategorien "Blütendüfte", "Frisch Fruchtig" und "Animalisch Würzig" eingeteilt. Der Satz "mehr als 8 Billiarden Kombinationsmöglichkeiten" macht mir angst. Rose? Ylang Ylang? Neroli? Oder doch Moschus? Ich habe keine Ahnung, wie das alles riecht. Also google ich zuerst nach den Inhaltsstoffen von meinem Lieblingsparfüm "Light Blue" von Dolce & Gabbana. Ich finde sizilianische Zitrone, frische Granny-Smith Äpfel, königliche Glockenblumen, weiße Rosen und viele weitere. Auf MyParfuem gibt es keine Äpfel und königliche Düfte, also wähle ich das jeweils Naheliegendste.



Der Flakon

Ich bin etwas enttäuscht, als ich feststelle, dass man seinen Flakon nicht selber gestalten kann. Und noch enttäuschter, weil es nur einen Flakon zur Auswahl gibt. "Flakon Milano" soll so "geradlinig, stylisch und makellos" sein wie die gleichnamige Stadt. Gekauft.

Das Label

Wenigstens hier kann ich mich frei entfalten. Ich wähle den Parfümnamen "fudder-Flavour" und platziere meinen Namen in das Designer-Kästchen. Meine Kreation ist fertig und kostet 32,90 Euro. Zwei Wochen später steht der fudder-Flavour in der fudder-Redaktion. 30 ml Eau de Parfum mit 15 Prozent Duftanteil.



Der Fudder-Flavour-Schnupper-Test

Gespannt öffne ich den Flakon und sprühe die ersten Spritzer meines selbstdesignten Parfüms aufs Handgelenk. Die Kopfnote, also der Duft, den man in den ersten Minuten riecht, stinkt nach Alkohol. Ein bißchen später setzt sich jedoch die Herznote durch und verbreitet einen schweren, blumigen Duft. Der fudder-Flavour riecht nicht schlecht, aber leider sehr altbacken. Später empfinde ich mein Parfüm als penetrant und kopfschmerzenerregend.

Kommentare aus der fudder-Redaktion

"Hmmm." "Ihhhh." "Interessant." "Billig!" "Gar nicht so schlecht." "Du kannst es ja noch fürs Klo benutzen". Begeisterung klingt definitiv anders.

Das beiliegende Duftzertifikat fasst meinen Duftcharakter zusammen. "Ein besonders leichtes und fruchtiges Parfüm. Die frischen Anteile aus Zitronen ergeben in Kombination mit süßen Früchten ein leichtes sommerliches Parfüm."

Fazit

Sein eigenes Parfüm designen, macht Spaß, aber man sollte sich nicht zuviel erhoffen. Niemand wird auf MyParfuem.de ein zweites Chanel No. 5 erschaffen. Wie auch, wenn die ganze Prozedur ohne Riechtest abläuft?
 
Mein Eau de Parfum riecht nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Weder frisch noch leicht sommerlich. Penetrant steigt der Duft jedem sofort in die Nase, der in meiner Nähe ist. Der fudder-Flavour riecht zwar nicht schlecht, aber mein Geschmack ist es nicht. Ähnlichkeiten zu meinem Lieblingsduft gibt es überhaupt nicht.

Der Flakon ruft zwar nicht gerade Mailand-Assoziationen hervor, aber er ist klassisch, eckig und schlicht. Die Namen von Parfüm und Designer sind mit einem schiefsitzenden Aufkleber befestigt worden.

Der Service der Internetseite war einwandfrei und auch Emails wurden persönlich und zügig beantwortet. Unzufriedene Kunden bekommen laut MyParfuem ihr Geld zurück.

Mehr dazu:

Web: My Parfuem