MyOma: Winterliche Accessoires, von Omas gestrickt

Monika Welker

Moderne Produkte mit Tradition verbinden - das möchte das Unternehmen MyOma, das vor etwa sechs Wochen online gegangen ist: Rund 30 Omas lassen für die Firma die Nadeln klappern, um so winterliche Accessoires wie Beinstulpen und Mützen, aber auch Ausgefalleneres wie gestrickte Krawatten entstehen zu lassen.



MyOma-Inhaberin Verena Röthlingshöfer hat selbst ein enges Verhältnis zu ihrer Oma, und als sie im Urlaub eine Fernsehsendung über strickende ältere Damen sah, reifte in der PR-Beraterin eine Idee: „Mich haben die Seniorinnen berührt, und ich dachte mir, da ist so viel Wissen, wieso sollte man das nicht professionell nutzen und gleichzeitig die ältere Generation unterstützen, die keine anderen Aufgaben mehr hat?“. Auch Freunde und Familie zeigten sich begeistert, so dass sie sich bald entschloss, mit ihrer Idee ernst zu machen. Im Frühjahr dieses Jahres gründete sie zusammen mit ihrem Bruder Jörg und Jan Dzulko eine GmbH, startete die Recherche nach geeigneter Wolle und begab sich auf Oma-Suche.


Zur leichteren Organisation und um sich besser treffen zu können, gewann sie diese mit Kleinanzeigen aus dem Umkreis des Firmensitzes in Fürth und aus dem nahen Steigerwald. Etwa 50 Seniorinnen kamen zur Infoveranstaltung und strickten ein Probestück, beauftragt wurden schließlich rund 30. Bezahlt werden sie anteilmäßig pro gestricktem Stück mit einem Drittel des Nettopreises. Für ein Paar Beinstulpen sind das etwa 25 Euro. In Arbeitsstunden umgerechnet kaum lohnenswert, doch: „Die Omas stricken sowieso jeden Tag, und den Zuverdienst zur Rente können sie gut gebrauchen“, sagt Röthlingshöfer.



„Im Mittelpunkt meiner Idee standen die Omas und der Wunsch, ihnen eine sinnvolle Aufgabe zu geben, nicht das Geschäft“, stellt die Inhaberin fest. Die große Nachfrage scheint ihr Recht zu geben: „Es spricht sich herum, so dass auch die Freundinnen ‚unserer’ Omas sich melden. Wir bekommen täglich Anrufe von älteren Damen, die gern mitmachen würden“, sagt Röthlingshöfer, die inzwischen immer weniger in ihrem früheren Beruf und immer mehr für „MyOma“ arbeitet.

Ganz neu ist die Idee, Handgestricktes von Oma zu verkaufen, nicht: Der Online-Reiseveranstalter „Original Schwarzwald“ bietet seit einiger Zeit neben regionalen Veranstaltungen auch von Schwarzwälder Omas gestrickte Wollsocken an (fudder berichtete:Wollsocken von den Strick-Omas).

Das Angebot von MyOma umfasst jedoch unterschiedliche Accessoires und soll auf Dauer ausgeweitet werden: „Wir haben mit einer kleineren Palette angefangen, es ist aber nicht auszuschließen, dass wir bald auch Gehäkeltes und auch Schnitzereien anbieten werden“, sagt Röthlingshöfer. An Arbeit wird es den strickenden Omas in Zukunft nicht mangeln.



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  [Bilder: MyOma]