MyBoshi: Hippe Mützen von Hand gehäkelt

Melanie Killenberger

Individualisierte Häkelmützen, von Hand gehäkelt - das bietet das Start-up "MyBoshi" aus Hof. Warum die coolen Teile für warme Ohren ausgerechnet einen japanischen Namen tragen, und wer sie häkelt:



Die Idee für ihr Start-up "MyBoshi" kam Thomas Jaenisch (Bild oben links) und Felix Rohland 2009 in Japan. Die beiden Oberfranken nahmen an einem deutsch-japanischen Skilehreraustausches teil – und langweilten sich. „Zum Skifahren ist es dort sehr schön, abends sind wir sind immer nur herumgesessen und wussten nicht, was wir machen sollten“, sagt Thomas Jaenisch.

Eine spanische Skilehrerkollegin verbrachte die Abende mit Häkeln – und brachte den beiden Männern die Handarbeitstechnik bei. Während langer Zugfahrten in japanischen Zügen perfektionierten sie ihre Technik, fassten über ein paar Schlucken Sake mit australischen Backpackern schließlich den Plan zur Untenehmensgründung - welch' schöne Start-up-Legende!

Zurück in Deutschland gründeten Jaenisch und Rohland Anfang März 2009 ihre Firma "MyBoshi". Denn "Boshi", das heißt auf Japanisch "Mütze". Bereits am dritten Tag nach der Unternehmensgründung verkauften die Mützenmänner die erste selbstgehäkelte Mütze. Seitdem ist die Firma beständig gewachsen. Rund 20.000 Mützen hat das Unternehmen im vergangenen Jahr verkauft.



Hergestellt werden die Häkelmützen heute von 30 Häklerinnen aus Oberfranken. Es sind meist Rentnerinnen, die die Mützen in Hand- und Heimarbeit herstellen – ohne Maschinen. Je nach Modell dauert das zwei bis drei Stunden.

35 verschiedene Häkelmützenmodelle
bietet MyBoshi mittlerweile an. Sie tragen japanische Namen wie "Yokohama" oder "Izumo" und können – und das ist die Besonderheit – im Mützenkonfigurator auf der MyBoshi-Website weitgehend nach Kundenwunsch individualisiert werden. Unikat-Herstellung in Serie, quasi. Bis zu drei Farben können Kundinnen und Kunden je Mützenmodell auswählen, der optionale Bommel kann eine vierte Farbe haben.

Zwei verschiedene Größen – für Köpfe zwischen 52 und 56 Zentimeter Umfang sowie für 57 bis 60 Zentimeer - und drei verschiedene Wollqualitäten bietet "MyBoshi" außerdem an. Die "MyBoshi-Wolle" aus 70% aus Polyacryl und 30% Merinowolle, eine Sommermischung aus Baumwolle und Kapok sowie eine 100%-Merinowolle, die besonders warm halten soll. Je nach Modell kostet eine Mütze zwischen 40 und 55 Euro, Bommel kosten 5 Euro extra.



Nach der Herstellung durch die Häklerinnen kommen die meisten Individualmützen auf Köpfe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Es gibt aber mittlerweile auch schon Exotenbestellungen aus Ländern wie Australien, Singapur, Griechenland oder Italien“, sagt Thomas Jaenisch.

Wer es noch individueller will und seine Mütze gleich ganz selbst häkeln will, für den hält "MyBoshi" auch Selberhäkel-Kits für Mützen bereit, die alle Materialien enthalten. Außerdem verkaufen sie unter der Marke "Selfmade by MyBoshi" die "MyBoshi"-Wolle sowie Strick- und Häkelanleitungen für verschiedenste Kleidungsstücke und Accessoires. Die gibt's mittlerweile nicht mehr nur im Internet, sondern auch im Woll- und Strickfachhandel. 

Häkeln, das kann nach Ansicht der Häkelmützenmänner eigentlich jeder. Erst im Oktober war Thomas Jaenisch in Florian Silbereisens Show "Herbstfest der Träume" neben Gästen wie Helene Fischer und Andrea Berg eingeladen. Passend zur Jahreszeit brachte er den geladenen Stars nach ihren Auftritten das Häkeln bei.



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[Bildmaterial: MyBoshi]

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