Muxtape: Mixtapes tauschen 2.0

Sebastian Stang

Das Mixtape ist im Web 2.0 zu neuem Leben erweckt worden: Auf Muxtape.com kann jeder sein eigenes mp3-Mixtape erstellen. Shaddy stellt euch den wunderbar einfach gehaltenen Dienst vor.



In einer Zeit, in der gerade die ersten CDs auf den Markt kamen und Vinyl der führende Tonträger war, existierte noch die Musik-Cassette, kurz MC genannt. Nur mit dieser war es damals möglich, seine eigene Musikselektion aufzunehmen: CDs brennen, bitte was? Und so entstand das legendäre Mixtape.


Die ältere Generation dürfte es noch kennen, das Warten, bis der Moderator am Radio endlich den Mund hielt und man die "Record-Taste" drücken musste, um den ersehnte Titel auf Tape zu bannen. Wer frisch verliebt war, setzte oft Mixtapes als Geheimwaffe ein, um die Auserwählte oder den Auserwählten für sich zu gewinnen. Die ersten DJ-Mixe gab's sowieso nur als Mixtape, und die haben heutzutage einen hohen Sammlerwert.

Heute ist die Musik-Cassette längst tot, das Mixtape dagegen erlebt im Zeitalter von 2.0 eine kleine Renaissance: Heute heißt es Muxtape.



Muxtape ist ein Online-Angebot, das genau das simuliert , was man in den Achtzigern mit dem Tapedeck gemacht hat: Songs aussuchen, in die richtige Reihenfolge bringen und aufnehmen. Das Aufnehmen wird jedoch durch hochladen ersetzt.

Die Registrierung für Muxtape ist denkbar simpel (Benutzername, Passwort, E-Mail-Adresse reichen, Bestätigungsmails oder ähnliche Anmeldungsakrobatik nicht vonnöten), der knifflige Teil folgt erst danach: Lieder im MP3-Format nach Wahl hochladen und ausgiebig sortieren, um das digitale Äquivalent zum Mixtape zu perfektionieren. Die Website ist denkbar einfach gehalten und genau deshalb genial.

Jeder User erhält für sein Muxtape einen festen Link, http://username.muxtape.com und kann diesen dann direkt an Freunde versenden. Es können pro Muxtape maximal zwölf 12 Songs mit 10 MB pro Song hochgeladen werden. Auf der Startseite von Muxtape werden immer die aktuellsten Muxtapes angezeigt. Wenn das Muxtape nicht mehr gefällt, kann man jederzeit Songs löschen und neue hochladen, was die Sache noch spannender macht.



Das Anhören eines Muxtapes ist auch denkbar einfach: Titel anklicken und nach wirklich kurzer Ladezeit beginnt der Track zu starten und spielt anschließend alle weiteren Tracks in Reihenfolge ab.

Nachdem ich mein erstes Muxtape an Freunde versendet hatte, kam immer wieder die Frage zurück: "Und wie lade ich das auf meinen Rechner?". Eben nicht, denn das Muxtape ist zum Hören da. Rein rechtlich wäre das ja auch nicht machbar. Und da wir gerade beim Thema sind: Erlaubt ist natürlich nur das Hochladen von Tracks, an denen man selbst das Urheberrecht besitzt. So steht es in den Muxtape Nutzungsbedingungen. Dass sich die meisten Muxtape-Ersteller daran nicht halten, ist natürlich klar. Es ist genau wie damals, da gab es ja keine Raubkopierer. Das waren alles Mitschneider.  



Zwei Dienste, Muxseekund Muxfind, ermöglichen das Durchsuchen aller Muxtapes; Leider wurde der komfortablste der Dienste, Muxfind, gestern vom Netz genommen. Zusätzlich kann man einem Muxtape durch das "Faven" eines Tapes seine Zuneigung bekunden.

Neben weiteren Anbietern wie Play My Tape und Tiny Mix Tapes ist Muxtape gerade wegen seines "Keep it simple, stupid!"-Ansatzes wohl das interessanteste und schönste Online-Angebot zum Erstellen seines eigenen Mixtapes. Laut Muxblog sollen weitere Features kommen. Hoffentlich wird der schöne, genial einfache Service nicht zu kompliziert gemacht. Oder von der RIAAgeschlossen.  

Mehr dazu:

  • Shaddys Muxtape-Empfehlung:HipHop