Mutter mit Baby an Autobahn ausgesetzt

David Weigend

Am Dienstag um 18 Uhr verlangte ein polnischer LKW-Fahrer nach der Polizei, weil es Probleme mit Frau und Kind gebe. Die Polizei bat einen Dolmetscher um Hilfe und startete daraufhin eine Familienzusammenführung mit Roadmoviecharakter.

Zusammen mit ihrem sechs Monate alten Säugling ließ sich eine 41 Jahre alte Frau von ihrem Freund mitnehmen. Der Freund arbeitet als LKW-Fahrer für eine spanische Spedition. Die Frau wollte so von Spanien nach Polen reisen.


Unterwegs war es in Frankreich zum Streit und zu Handgreiflichkeiten gekommen, sodass die Frau mit ihrem Freund nach dem Stop am Autohof Bremgarten nicht mehr weiterfahren wollte.

Während die Polizei sich noch um Mutter und Kind kümmerte, fuhr der LKW-Fahrer weiter. Die mittellose Frau und ihr Säugling fanden ein nächtliches Quartier in den Räumen des Polizeireviers. Die Verpflegung wurde aus der Klinik herbeigeschafft, Windeln und Schoppenflasche stiftete die Krabbelgruppe der evangelischen Kirchengemeinde Badenweiler.

Gestern stellte sich heraus, dass der getrennt lebende Ehemann der 41-Jährigen in Nordrhein-Westfalen lebt. Der Noch-Ehemann wurde kontaktiert. Er setzte sich in sein Auto und holte die Frau und das Kind in Müllheim ab.