Mustafas Berlin: der Döner mit der besten Homepage

Christoph Müller-Stoffels

"Mustafa's" am Mehringdamm in Kreuzberg genießt den Ruf einer Vorzeige-Dönerbude. Vielleicht auch wegen der coolen Website. Woher er die hat und worin das Geheimnis eines guten Döners besteht, hat er uns verraten.



Es ist eigentlich nur eine Dönerbude, wie es sie zu tausenden in Berlin gibt. Trotzdem scheint „Mustafa's“ am Mehringdamm 32 etwas Besonderes zu sein. Jedenfalls ist es die Dönerbude mit der coolsten Homepage.


Flash-animiert ist vieles zu entdecken, zu klicken, zu sehen und zu hören. Von der Döner-Disko über einen Gitarrenspieler, der für einen Döner spielt, bis hin zu Inhaber Tarik Kara, der freundlich fragt: „Was zu trinken, Bruder?“ Eine „Live-Webcam“ liefert Bilder von der Bude, auch wenn es merkwürdigerweise immer die gleichen sind.

Wenn Kara erzählt, wie es zur Zusammenarbeit mit der Werbeagentur DOJO kam, kommt er ins Schwärmen. „Das ist eine richtig coole Geschichte! Dominic [Czaja] und Joachim [Bosse, die Inhaber von DOJO; Anm. fudder] waren begeistert von unserem Gemüsekebab. Sie mussten eine Arbeit für die Uni machen und fragten, ob sie die über „Mustafa's“ machen könnten. Es ging um Werbung. Später haben sie die Homepage gebastelt.“ Seitdem sind Tarik und die Jungs dicke Freunde.

DOJO verlangte keinen Cent für die Arbeit. Im Gegenzug brauchen sich die beiden um ihr Mittagessen keine Sorgen mehr zu machen, denn das gibt es jetzt immer kostenlos. Gleichzeitig wirkt sich die Website auf den Umsatz von „Mustafa's“ aus. „Erst heute kamen zwei etwa zwanzig Jahre alte Jungs vorbei, die durch die Website auf uns aufmerksam geworden sind. Sie meinten, dass sie ohne die Homepage nicht gekommen wären.“



Natürlich hat Kara auch Stammkundschaft, aber er weiß, dass man sich in seiner Branche abheben muss. Viele Kunden kommen über Empfehlungen anderer Kunden. Ein weiteres Plus ist der Standort, denn „Mustafa's“ befindet sich direkt neben „Curry 36“, wo es angeblich die beste Currywurst Berlins gibt.

Das Verhältnis zu den Nachbarn ist gut. Obwohl die Currywurst bereits seit 1980 zwei Häuser weiter gebraten wird, freut sich der Chef, dass Kara 25 Jahre später seinen Laden eröffnet hat. „Natürlich profitieren wir mehr von denen, als die von uns. Aber das Verhältnis ist ausgezeichnet. Wir essen zwar keine Currywurst, weil da Schweinefleisch drin ist, aber die kommen zu uns und essen Döner.“



Bald will Kara auch Merchandising-Produkte (T-Shirts) anbieten. Und was ist mit Expansion? „Wenn wir andere Läden aufmachen, dann sicherlich nicht in Berlin.“ Immer wieder bekomme er Anfragen aus anderen Städten, auch aus Freiburg, die „Mustafa's“ dorthin exportieren wollen. „Ich mag das Wort Franchising nicht, aber irgendetwas in dieser Richtung könnte ich mir vorstellen. Es geht mir dabei darum, das Wissen und die Liebe zum Döner weiterzugeben.“

Die Liebe zum Döner? Der 36-jährige Vater sagt: „Er ist ein superschönes Produkt, bei dessen Zubereitung keine Routine aufkommen darf. Wir verwenden selbst bei den Soßen zu 99 Prozent frische Zutaten, nehmen nur bestes Gemüse.“ Hinzu komme, dass er einem Familienunternehmen vorstehe, für das nicht nur er und seine Frau arbeiten, sondern noch acht weitere Angestellte. „Wir sind fast wie Kollegen, vertrauen einander. Allerdings geht es natürlich auch nicht ohne Disziplin. Ich denke, das alles zusammen ist unser Geheimnis.“

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