Musikvideo: Jimbo Jones rappt gegen Rechts

Manuel Lorenz

"Jude" gilt als Schimpfwort, und Döner wird als "Ausländerfraß" bezeichnet - auch in Freiburg. Das jedenfalls ist die Erfahrung des jungen Freiburger Rappers Jimbo Jones. Der fordert jetzt in einem Musikvideo: "Keine Rechte für die Rechten."



Jimbo Jones sieht immer mehr Seitenscheitel. Vor allem im Osten der Republik, wo er öfter mal ist. "In Freiburg findet Rassismus eher unterschwellig statt", sagt der 19-jährige Rapper aus Buchenbach. Eigentlich heißt er Julius Heck, besucht die 13. Klasse des Birklehofs in Hinzerzarten und macht im April sein Abi.


"Wenn man zum Beispiel abends in Freiburg unterwegs ist, einen Döner isst und besoffene Jugendliche einen fragen, warum man so 'nen Ausländerfraß kauft." Und wenn Jugendliche den Begriff "Jude" als Schimpfwort gebrauchen. "Das passiert in Freiburg jeden Tag", sagt er.

Aber erst die aktuellen Ereignisse - Stichwort: "Zwickauer Gruppe" - brachten Jimbo Jones Ende 2011 dazu, das Thema in einem Track aufzuarbeiten: "Keine Rechte für die Rechten." Der Abiturient rappt erst seit einem Jahr. Was ihn daran sofort fasziniert hat: die Möglichkeit, sich zu artikulieren und Probleme auf den Punkt zu bringen.

Jimbo Jones will mit diesem Track warnen, aufwecken, hinweisen: "Es kann nicht sein, dass eine rechte Bewegung langsam Überhand nimmt, / dass sie dann wieder Zustände wie früher annimmt." Sein Rezept gegen Rechts klingt zuerst nach Gegengewalt: "Ihr bekommt kein Kreuz, sondern den rechten Haken." Aber Jimbo Jones dementiert eine solche Interpretation. "Das darf man nicht wörtlich verstehen", sagt er. "Mir ist es bei der Phrase ums Wortspiel gegangen."

Kamera und Schnitt des Videos hat übrigens der Freiburger Rapper Escape besorgt. Die Beats stammen von der Plattform rappers.in.

Jimbo Jones - Keine Rechte den Rechten // Rap aus Freiburg

Quelle: YouTube


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[Foto: Privat]