Muldentabletts verschwinden aus Mensa II

Dana Hoffmann

Am 30. April geht ein Stück Mensageschichte zu Ende: Die rund 2000 Muldentabletts der Mensa im Institutsviertel haben ausgedient. Aber was macht ein Essutensil im Ruhestand? Felix und Dana haben in der Mittagspause Ideen für eine Wiederverwertung gesammelt

Bis auf ganz harte Nostalgiker wird wohl niemand um dieses Relikt der studentischen Esskultur weinen, wenn ab dem ersten Mai die Töpfe in der Mensa II leer bleiben und die Fließbänder still stehen: Die praktischen so genannten Muldentabletts bleiben bei der Rundumsanierung auf der Strecke.


Als "nicht mehr zeitgemäß" bezeichnet sie der Mensa-Chef Erich Wickersheim. Trotz der etwas lieblosen Kritik wirkt er direkt melancholisch beim Anblick der schmucklosen Portionsförmchen. "Man kann die ganze Mensageschichte an drei Tabletts ablesen", meint der Koch, der selbst seit 1972 im Dienst der Studentenfütterung steht. "Die weißen sind die ersten aus der Siebzigern, dann kamen Anfang und Mitte der Achtziger neue, die jeweils etwas dunkler waren."

Rund 11 870 Portionen hat ein Tablett der ersten Stunde aus der Großküche auf den Mensatisch befördert, bis es jetzt also der Modernisierung zum Opfer fällt. Wenn voraussichtlich Mitte Oktober die Mensa wieder geöffnet wird, gibt es auch hier nur noch ganz normale Teller auf ganz normalen Tabletts.



Auf die Plastikteile muss aber niemand ganz verzichten: "Wir planen eine Versteigerung", kündigt Renate Heyberger vom Studentenwerk an. "Das Geld können wir vielleicht für den Umbau verwenden oder sonst sinnvoll investieren." Ob auch anderes Inventar wie zum Beispiel die begehrten orange-roten Stühle unter den Hammer kommt, könne sie derzeit aber noch nicht sagen.

Wer sich jetzt fragt, was er mit den ästhetisch fragwürdigen Dingern anfangen soll: Wir haben für euch die besten Vorschläge mit Mehrwert gesammelt:



Basti, 26, Physik:

"Als Schlitten ist's vielleicht recht klein, aber auf jeden Fall kommt man damit schnell den Berg runter."



Hannah, 21, Medizin:

"Ich würde das Tablett als Farbpalette benutzen und in den Schalen Farben mischen."



Uwe, 26, Physik-Doktorand:

"Warum nicht statt Bierkisten-Stapeln auch mal Tablett-Stapeln spielen?"



Franziska, 20, Medizin:

"Ich würde eine Wand in meinem Zimmer damit verkleiden. Sieht bestimmt abgefahren aus."



Rudof-Werner Dreier, Pressesprecher Uni Freiburg

"Ich könnte mir das Tablett gut auf meinem Schreibtisch vorstellen, um darin Schreibutensilien aufzubewahren."



Thea, 20, Medizin:

"Ich würde einen Gitarren-Übungsraum damit isolieren."



Alexander, 22, Medizin

"Wenn es noch mal schneien sollte, hätte ich sofort ein ordentliches Snowboard."



Sven, 20, Medizin

"Ich würd' meinem Hund ein Fünf-Gänge-Menü kochen und auf dem Tablett anrichten."

Mehr dazu:

Während des Umbaus wird ein Ersatzangebot geschaffen: Studenten können ersatzweise die Kantine der Oberfinanzdirektion an der Sautierstraße oder die der Katholischen Fachhochschule benutzen.

Ausserdem wird ein Shuttlebus täglich zwischen 12 und 14 Uhr zwischen dem Chemiehochhaus und der Mensa Rempartstraße pendeln, wo täglich 600 zusätzliche Portionen angeboten werden.

Verlosung


fudder verlost zwei elfenbein- und zwei champagnerfarbene Mensatabletts (geschätze Jahrgänge '80 und '85). Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt eine E-Mail mit dem Betreff "Mensatablett", eurem Namen und eurer Adresse an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Mittwoch, der 30. April 2008, 18 Uhr. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt und können ihren Gewinn in der fudder-Redaktion abholen oder bekommen ihn zugeschickt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.