Morgens Schüler, abends Rapper: 79.1.0 und Celal-O aus Freiburg haben ihr erstes Video veröffentlicht

Lisa Hörig

Während ihre Mitschüler am Wochenende für Arbeiten lernen, sind Fabian Grabs und Celal Özbalikci im Studio. Nun stehen die Rapper aus Freiburg vor ihren ersten Veröffentlichungen.

79 1.0 und Celal-O haben Grund zum Feiern: Erst vor Kurzem konnten sie sich den Wunsch eines eigenen Musikvideos erfüllen. Was vor drei Jahren für den 19-jährigen Fabian Grabs und den 16-jährigen Celal Özbalikci wie ein entfernter Traum wirkte, ist heute auf Youtube zu finden. Im Video zum Song "Mach dir keinen Kopf" wollen die beiden anders als das Rapperklischee auftreten. Anstatt Fünzig-Euro-Scheine durch den Club zu werfen, sammeln sie fünf Euro Scheine vom Boden auf.




Die beiden Freiburger verbringen ihre meisten Wochenenden im Kala Hansa Studio. Gerade arbeiten sie an einem Collabtape, nehmen also gemeinsam Musik auf. "Das ist schon fast fertig, besteht aber hauptsächlich aus Feiermusik", sagt Fabian. Beide sind sehr dankbar, dass sie ihre Songs professionell aufnehmen könnten.

Celal-O: Mit 13 erste Rapversuche

Noch vor drei Jahren sah das aber ganz anders aus: In einer Konstruktion aus einer aufklappbaren Matratze und mehreren Befestigungen saßen sie im Kinderzimmer ihres Produzenten Georg Merklin. Umgeben von einer Miniatureisenbahn. "Das waren die besten Zeiten", rufen sie lachend im Chor. 2014, noch in anderer Formation, nahmen sie den Song "Summer in the Hood" auf. "Aber ansonsten ist eigentlich nur Müll rausgekommen", sagt Celal-O.

Mit 13 Jahren startete dieser seine ersten Rapversuche. Die Musikrichtung gefiel ihm kurz davor noch nicht. Doch alles änderte sich, als er den Rapper Kool Savas entdeckte. Eine neue musikalische Welt öffnete sich für ihn, in der er heute selbst aktiv ist. "Meine Texte handeln von dem, was mich beschäftigt", erzählt der 16-Jährige. "Die Liebe zum Beispiel".

Die besten Ideen vor dem Einschlafen oder auf dem Klo

Aktuell steckt er jedoch all seine Energie in sein kommendes Tape "Gezeichnet vom Leben". Dort will der Schüler der Freiburger Hebelschule zeigen, was er kann: "Sowohl tiefgründige Texte als auch Battlerap sind zu erwarten." Bei diesem achtet Celal-O vor allem darauf, dass er technisch anspruchsvoll ist.

Auch 79.1.0 alias Fabian Grabs möchte reimtechnisch anspruchsvolle Songs machen. Dem 19-jährigen Forstwirtazubi kommen die besten Ideen entweder vorm Einschlafen oder auf der Toilette: "Ich schreibe dann mehrere Stunden an den Texten." Wenn er die im Winter schreibt, können sie schnell tiefgründig werden. "Ich mache aber hauptsächlich Sommerhits", sagt er. Rap entdeckte er durch Merklin: Er zeigte ihm ein Lied der Rapper KIZ. Bis heute kann er die Zeilen, die ihn beeindruckt hatten, auswendig rappen.

Wie geht es 2017 weiter?

Zur Freiburger Rapszene stehen die beiden relativ neutral, denn die würde immer über die gleichen Themen rappen. "Es ist schwer, aus der Masse herauszustechen", erklärt Celal-O. Es gibt seiner Meinung nach nicht viele, die wirklich etwas reißen wollen würden.

Einen Blick in die Zukunft werfen will das Duo noch nicht. Zu viele Projekte stünden gerade an. Aber sie sind sich sicher: Den letzten drei Jahren zur Folge hätten wir 2017 noch einiges von ihnen zu erwarten.