Ermittlungserfolg

Mordfall Haid: Polizei nimmt zweiten Verdächtigen fest

Joachim Röderer

Die Polizei hat im Mordfall Haid einen zweiten Verdächtigen festgenommen: Es handelt sich dabei um einen 33 Jahre alten Deutschen. Damit sind jetzt zwei mögliche Tatbeteiligte in Untersuchungshaft.

Am frühen Freitagmorgen soll der Verdächtige in Freiburg festgenommen worden sein. Tags darauf wurde er dem Haftrichter vorgeführt, der den 33-Jährigen in die Untersuchungshaft schickte. Das haben das Polizeipräsidium und Staatsanwaltschaft am Montagvormittag in einer gemeinsamen Pressemitteilung berichtet. Art und Umfang der Tatbeteiligung seien aktuell noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen, heißt es dort auch.


Ist der zweite Festgenommene der Schütze?

Der 24 Jahre alte Freiburger Niklas E. ist in der Nacht zum 18. Juli in der Vogtsburger Straße am Rande des Gewerbegebiets Haid im Freiburger Süden erschossen worden. Die Polizei hat mittlerweile bestätigt, dass bei dem Fall Drogenkriminalität eine wichtige Rolle spielt. In den sozialen Netzwerken kursieren Gerüchte, wonach es sich bei dem am Freitag Festgenommenen um den möglichen Schützen handeln könnte.

Die Handschellen hatten zuvor schon einmal am 6. August geklickt. Ein bis dahin unbescholtener Freiburger Anwalt ist wegen angeblicher Beteiligung an der Tat, wegen Verstößen gegen das Waffengesetz und wegen Geldwäsche festgenommen worden. Der 39-Jährige sitzt seither in Untersuchungshaft.

Polizei will Gerüchte weder bestätigen noch dementieren

Bei dem Anwalt, so ist aus mehreren Quellen zu erfahren, soll Geld von Niklas E. gebunkert gewesen sein. Die Rede ist von mehreren hunderttausend Euro. Kolportiert wird auch, dass der Anwalt den jetzt Festgenommenen mit der Tat beauftragt haben könnte. Von der Polizei gibt es zu solchen Informationen keine Stellungnahme. Die Ermittler geben weiterhin nur wenig Informationen an die Öffentlichkeit.

"Unter Berücksichtigung der Vielzahl der Spuren, denen es nachzugehen gilt, sowie der Komplexität dieses Falles gebührt meine Hochachtung den Ermittlerinnen und Ermittlern der Sonderkommission Haid. Diese arbeiten seit mehr als einem Monat unermüdlich und mit hoher Motivation an der Klärung des Tötungsdeliktes", sagt Polizeisprecher Martin Lamprecht über die Arbeit der Kripo. Dass es mittlerweile zu zwei Festnahmen mit anschließender Untersuchungshaft gekommen sei, spiegele unter anderem wider, dass diese akribische Ermittlungsarbeit Erfolge erziele. "Um genau diese Arbeit nicht zu gefährden, verbietet es sich aus meiner Sicht, zum jetzigen Zeitpunkt weitere Details über mögliche Tatumstände oder Tatbeteiligte zu nennen", so Lamprecht gegenüber der BZ.

Seit der Tatnacht arbeitet die Soko mit 42 Fahnderinnen und Fahndern an dem Fall. Das Ermittler-Team geht dabei mehr als 150 Spuren nach.