Mordfall Auggen: Täter-DNA entdeckt

David Weigend

Am Opfer und am Tatort haben die Ermittler DNA-Material eines männlichen Täters gefunden und analysiert. Ein Abgleich mit vorhandenem DNA-Material in den polizeilichen Datenbanken von Deutschland und Frankreich verlief ergebnislos. Inzwischen sind 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgelobt.

Heute Vormittag hat in der Polizeidirektion Freiburg eine Medienkonferenz stattgefunden. Die Kriminalpolizei informierte darin über neue Erkenntnisse im Mordfall an der 13-jährigen Schülerin. Sie war am 20. April in Auggen getötet worden.


Die Ermittler fanden DNA-Material des Täters (ein Mann) am Opfer und am Tatort und analysierten es. Ein Abgleich mit vorhandenem DNA-Material in den Datenbanken der Polizeien in Deutschland und Frankreich verlief ohne Feststellung einer bereits DNA-erfassten Person.

Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat inzwischen 10.000 Euro ausgelobt für Hinweise, die zur Ermittlung oder Ergreifung des Täters führen. Über die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung wird unter Ausschluss des Rechtsweges entschieden.

Die Belohnung ist ausschliesslich bestimmt für Privatpersonen, nicht aber für Amtsträger, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört. Dies dürfte nach Ansicht der Ermittler die Auslobung mit dem bislang höchsten Betrag im Bereich der Polizeidirektion Freiburg sein.

Ein Motiv für die Tat ist nicht erkennbar.

Entgegen allen Gerüchten gibt es keine aktuelle Festnahme eines Tatverdächtigen und auch keine Festnahme in der zurückliegenden Zeit.

Vorgesehen ist in den nächsten Tagen eine Flugblattaktion im französischen Grenzgebiet, ähnlich der bereits erfolgten Handzettelverteilung und den Plakataushängen im Bereich Auggen, Neuenburg und Müllheim.

Weiterhin werden momentan Mitarbeiter von rund 250 Firmen im Bereich Auggen, Müllheim, Neuenburg und Umgebung überprüft.

Eine DNA-Flächenerhebung (DNA-Screening in der Bevölkerung im Bereich Auggen etc.) ist angedacht, aber noch nicht in Vorbereitung. Zunächst müssen erst sämtliche noch nicht endgültig bewertete Spuren, gut 600 liegen inzwischen der Soko Auggen vor, abschließend überprüft werden.

Aus den über 600 Spuren haben sich mehr als 100 Hinweise auf Fahrzeuge ergeben. Auch diese Fahrzeugspuren sind in Teilen noch nicht endgültig überprüft. Bis zur Stunde wurden von den Ermittlern bereits über 1.600 Personen befragt oder vernommen.

Die Sonderkommission Auggen der Freiburger Kriminalpolizei, die ununterbrochen mit 60 Fahndern besetzt ist, hat bislang in die Klärung des Mordfalles über 10 000 Stunden Arbeit investiert und dabei rund 25.000 km Fahrstrecke in der Region zurückgelegt.