Moonbootica-Beats mit Furz-Bass-Charakter

Marc Schätzle

Am Ostersonntag war Moonbootica zu Gast im Freiburger F-Club. Ein Highlight, für mich zumindest. Die Vorfreude war groß, dass der Club voll werden würde war von vorneherein ebenfalls klar, aber dass es so voll werden würde, dass einem kaum Luft zum Atmen blieb, das erschütterte selbst hartgesottene Nicht-Tänzer, die im Vorraum an der Bar lieber "in Ruhe" ihr Bier zu trinken versuchten.



Um Mitternacht ging die Sause los, das Duo erschien hinterm DJ-Pult und das Warmup von DJ Hike wurde abgelöst. Moonbootica-DJ Kowesix, ein Riese (endlich jemand der noch größer ist als ich ), verschranzte gleich den ersten Übergang aufs Übelste, was ihm aber anhand des gerade erst begonnenen Sets und der noch relativ leeren Tanzfläche niemand verübelte.


Dann gings Ping-Pong weiter. Tobitob, ehemals produzierender Kommandant der 5 Sterne Deluxe, setzte mit gelungener Trackauswahl immer einen drauf und überzeugte mich auch mixtechnisch mehr als Kowesix. Im Allgemeinen hakte es bei den Übergängen, ich hatte mehr erwartet. Dieses Manko wurde aber größtenteils durch die wirklich sehr knackigen Elektro-House Beats mit typischem Moonbootica-Furz-Bass-Charakter wettgemacht.

Den ganzen Abend wartete ich auf eine Eigenproduktion, oder zumindest ein Remix, kam aber nix, oder ich war grad auf dem Klo und hab es nicht mitbekommen, schade. Ab dem Kracher "I'm a Disco Dancer" füllte sich der Club merklich und war innerhalb kürzester Zeit vollgestopft mit einer tanzwütigen Feiergemeinde.



Ab da gings bergab, nämlich mit meiner Stimmung. Ständig einen Ellenbogen in der Rippe, Gedrängle und Geschiebe, eine Hitze, die einem den Schweiß durchs bloße Atmen aus den Poren rennen ließ und eben absolut kein Platz sich rhythmisch zu den Klängen zu bewegen. "Ich bin auf keinem Konzert in der ersten Reihe!"

Ich verfluchte die Frau am Eingang mit ihrem Axe-Besucherzähler-Klicker und fragte mich ob sie wirklich richtig geklickt hatte, denn das was sich an Andrang auch im Vorraum abspielte war enorm. Tja, hätte man den zweiten Floor geöffnet..., leider war nur einer auf. Als ich dann einen Freund im Rollstuhl entdeckte, mich bückte um ihm "Hallo" zu sagen hatte ich auch gleich ein Gemisch aus Wodka-Red Bull, Bier und Sekt von den unterschiedlichsten, sich vorbeizwängenden Leuten auf dem Kopf. Das war das Zeichen, Adios!

An sich ein musikalisch gelungener Abend, der leider durch den Platzmangel erheblich an Symphathie einbüßte.

Übrigens, wer ein Sony-Ericsson Handy gefunden hat, das gehört einem der beiden Jungs! Vielleicht ist es aber bei der tropischen Witterung im Club auch einfach verdampft? Hoffen wir das Beste!