Montag: Pay-After-Gig mit der Gloom-Pop-Sensation "She makes war"

Gina Kutkat

Die Frau, die hier so scheinbar harmlos ein Megaphon in der Hand hält, heißt Laura Kidd. Als Musikerin nennt sich die Frau aus Bristol "She makes war" und macht wahnsinnig gute Musik. Am Montag kommt sie ins Teng - und bezahlt wird erst nach dem Gig.



Ich packe meine Tourtasche und nehme mit: ein paar Klamotten, eine Kamera, einen Haufen CDs, diverse Effektpedale, eine Gitarre, eine Ukulele und ein Megaphon. Ungefähr so läuft das, wenn Laura Kidd alias She makes war für ihre Europa-Tour packt. Der Sound der Multi-Instrumentalistin aus Bristol ist eigenwillig und changiert leichtfüßig zwischen niedlich, grantig und melancholisch. Musik, die mindestens genau so schillert wie ihr Lidschatten, denn für die Bühne verwandelt sich Laura beizeiten schon mal in ein leicht derangiertes Einhorn. Vielleicht, um die Härte des Megaphons abzumildern.


Himmlisch flüchtig schweb ihre Stimme über der süßen Ukulele oder der wummerigen Gitarre, anrührend und zugleich mitreißend. "Gloom-Pop" steht auf der Schublade, in die sie sich Laura selbst steckt, damit niemand nur schreibt, sie mache "Indie" - denn was heißt das überhaupt? Laura listet als Einflüsse ELO, Kristin Hersh, Belly, The Breeders, Blur, Elastica, Suede, Bikini Kill, Nirvana, Hanne Hukkelberg, Cat Power, Carina Round, Radiohead, My Brightest Diamond und Bon Iver. Ihre Songs sind ein bisschen Grunge, ein bisschen Pop, immer von Herzen, bei aller Melancholie nie verzweifelt. Kein Wunder, dass die Gute sich mit ihrer großartigen Musik und viel harter Arbeit eine anschauliche Fanbase erspielt hat.

Dass Laura in Freiburg einen Pay-After-Gig im Teng spielt verdankt sie Zufällen. Es war noch ein bisschen Platz im Tourplan, der sie einmal quer durchs Land und nach Österreich führen wird. Warum also nicht auf die allerletzte Minute noch ein Konzert einschieben? Organisiert wurde das übrigens über Freunde - und Twitter. Und was das Nachher bezahlen angeht: Lauras Einstellung dazu: Es ist besser, wenn der Laden voll ist, und es erst nachher was kostet, als wenn keiner kommt, und das ist ja ganz wunderbar.

Und wo wir's schon von der wunderbaren Einstellung haben: Wer am Montagabend gleich schon ein paar Lieder mitsingen oder zumindest kennen, der sollte sich auf der She makes war-Mailing-Liste eintragen, dann gibt's fünf Songs einfach so direkt in die Mailbox. Also kommt. Lasst euch überraschen. Es gibt nichts zu verlieren.



She makes war: Delete

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She makes war: Butterflies

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She makes war: Slow Puncture

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CRYPT COVERS | DRESS YOU UP

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Mehr dazu:

Was: She makes war
Wann: Montag, 10. März 2013, 21 Uhr
Wo: The Great Räng Teng Teng
Eintritt: Pay-After
Facebook-Event: She makes war   [Photos: Promo. Disclosure: Das Konzert in Freiburg hat fudder-Redakteurin Caro initiiert. Geld verdient sie damit aber nicht. Über den Gig hätten wir auch berichtet, wenn Caro ihre Finger nicht im Spiel hätte.]