Mogelpackungen

David Weigend

Die Mehrwertsteuererhöhung kommt zwar erst am ersten Januar 2007. Sie hinterlässt aber schon jetzt ein unangenehmes Gschmäckle, in Form von Mogelpackungen. Kleinere Mengen zum gleichen Preis. Verbraucherschützer warnen und zeigen Beispiele.



Besonders die Anbieter von Drogerieartikeln und Lebensmitteln machen ihr Angebot leichter. Nehmen wir Chips. Die Chipsmarke “Pringles” des Herstellers Procter & Gamble wurde bisher in einer 200-Gramm-Dose angeboten. Jetzt wiegt die Dose bei zumeist gleichem Preis nur noch 170 Gramm. Sie enthält nicht weniger Chips als vorher, aber kleinere.

Das Prinzip "Geringere Füllmenge, gleicher Preis" wird von der EU sogar noch begünstigt. Dort soll es künftig keine einheitlichen Verpackungsgrößen für Lebensmittel mehr geben. Das beschlossen die Wirtschaftsminister der EU am 25. September. Künftig wäre es möglich, eine Tafel Schokolade mit 95 Gramm statt der üblichen 100 Gramm zum gleichen Preis wie zuvor anzubieten.


In der Mogelpackungsliste der Verbraucherzentrale Hamburg kann man bei bestimmten Produkten die Preiserhöhung in Prozent feststellen.

Herrlich gesalzen kommt zum Beispiel der "gute und günstige" Pflaumenstreuselkuchen in den Mund. Den Durchmesser haben die Euroshopperbäcker von 26 cm auf 21 cm gesenkt, bei gleich bleibendem Preis versteht sich.

Verbraucherschützer versuchen, im "Mogelparadies Europa" aufzuräumen. Angeblich mit ersten Erfolgen. Dennoch: Spätestens ab Januar wird man sich mehr Zeit zum Einkauf nehmen müssen. Taschenrechner nicht vergessen.