Mofuse: Blogs fit fürs Handy machen

Nikolai Worms

Mobile Computing gilt seit vielen Jahren als einer der großen Zukunftsmärkte. Die Displays sind gewachsen, die Technologie hat sich entscheidend verbessert - allein die Akzeptanz beim Nutzer läuft bisher eher schleppend. Mofuse macht wenigstens schon mal die Weblogs handyfertig.



Die wenigen Besitzer eines iPhone und vergleichbarer Multimediatelefone haben das Problem nicht mehr, aber der durchschnittliche Handynutzer verzichtet wegen der lahmen WAP-Geschwindigkeit und eines viel zu kleinen Displays bisher lieber auf das mobile Surfen im Internet. Besonders text- und bilderreiche Webseiten wie Newsportale oder Blogs sind mit dem Standardhandy einfach nicht bedienbar.


Der seit November 2007 aktive Dienst Mofuse möchte wenigstens die Blogs aufs Handy holen. "Launch & manage a mobile version of your blog or website." – Mofuse, abgekürzt für "mobile fusion", verspricht viel und hält das meiste. Wir haben den Service getestet, und dabei gleich eine mobile fudder-Ausgabe für eure Handys erstellt.

Webseitenbetreiber können auf Mofuse eine für die Anzeige auf dem Handybildschirm optimierte Version ihrer Seite erstellen. Dazu muss kein separater Quelltext für die mobile Ausgabe entwickelt werden: Mofuse bedient sich einfach und immer aktuell aus dem RSS-Feed der Seite.

Da die bloße Anzeige der Links aus dem Feed allerdings nur in den seltensten Fällen dem Design der Originalseite ähnelt, kann Mofuse noch mehr. Über ein praktisches Webinterface werden Schrift- und Hintergrundfarbe des Feeds angepasst, der Upload des Website-Logos kennzeichnet die mobile Seite als Teil der Originalseite.

Nachdem die Anzeige der mobilen Website-Ausgabe angepasst ist, können weitere Inhalte hinzugefügt werden. Dazu gehören weitere Feeds, die etwa nur über neue Inhalte in bestimmten Kategorien informieren. Außerdem können statische Seiten per WYSIWYG-Editor definiert und verwaltet werden.



Die Einbindung der mobilen Seite in den Blog funktioniert entweder per Widget  oder direkt per automatischer Weiterleitung, der Quelltext für beide Alternativen wird von Mofuse bereitgestellt. Die automatische Weiterleitung ist in Blogs bei Weblog-Hosting-Anbietern (z.B. Blogger, twoday) nicht möglich, da der benötigte Quelltext direkt in die Index-Datei eingefügt werden muss, auf die bei den Anbietern nicht zugegriffen werden kann.

Mofuse bietet jedem Webseitenbetreiber eine schnelle Mobilisierung der eigenen Inhalte. Programmierkenntnisse werden nicht benötigt, fast alle Anpassungen laufen bequem über das Webinterface, und die zusätzlich bereitgestellten Services (Statistiktool, verschieden Widgets) können nützliche Ergänzungen sein.

Die Einfachheit hat allerdings ihren Preis: Webmaster mit professionelleren Ansprüchen werden sich umfassendere Gestaltungsmöglichkeiten für die Anzeige wünschen. Und das zweite Problem liegt in der Konfiguration der RSS-Feeds: einige Feeds zeigen jeweils nur die ersten Sätze eines Artikels. Um den Rest zu lesen, muss der Nutzer, und in diesem Fall auch der Handynutzer, sich dann auf die Hauptseite klicken – womit man wieder beim ursprünglichen Problem der zu kleinen Displays ankommt.

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