Mofasafari: Von Freiburg nach Marrakesch

Tobias Schächtele

Es wird kalt in Deutschland. Die Zugvögel machen sich auf gen Süden: Störche, Stare, Sperber und zwei altgediente Mofas vom Typ Schwalbe. David Lohmüller (32) und Lorenz Zimmermann (25) verlassen Freiburg und wagen einen Trip quer durch Südwesteuropa bis nach Marokko. Bis auf die Fähre bei Gibraltar wollen sie alles mit dem Mofa machen.



David Lohmüller (links) ist guter Dinge, was die bevorstehende Exkursion betrifft. Der Globetrotter hat schon zwei digital dokumentierte Weltreisen auf dem Buckel. Gemeinsam mit seinem Freund Lorenz ging er die Planung einer Reise an, deren Grundgedanke lautete: Raus aus Europa. Die Entscheidung zwischen den vier Himmelsrichtungen war schnell gefällt: Der Norden schien zu eisig, der Osten politisch zu heikel und im Westen stand der Atlantik einer Überlandfahrt im Weg.


Also in den Süden und zwar mit seltsamem Reisevehikel. Mit dem Mofa nach Marokko, das bedeutet, über 3000 Kilometer in vier Wochen zu überwinden, mit klappernden Kisten über Stock und Stein zu brettern. Aus den Mofas lassen sich gerade mal 50 km/h rausquetschen. Immerhin gelten die über dreißig Jahre alten, aus ostdeutschen Werkhallen stammenden Schwalbe-Fahrzeuge als allwettertauglich.

Trotzdem rechnen David und Lorenz fest mit Reparaturen und erwarten die anstehenden Basteleien schon mit Spannung. Denn vom Innenleben ihrer Mokicks haben sie nach eigenen Angaben keine Ahnung. Ein Handbuch als Fachliteratur muss genügen.



Die Reisestrecke ist nur grob umrissen, das Pensum soll 200 Kilometer pro Tag betragen, mit einem Budget von maximal 15 Euro pro Tag. Nachts wollen sie die Zelte aufschlagen oder den Service von Couch Surfing nutzen, einer Community, deren Mitglieder sich gegenseitig Schlafgelegenheiten anbieten. David Lohmüller schätzt die Reise auch als Möglichkeit, neue, interessante Menschen kennen zu lernen.

Die Reise soll jedoch kein Privatvergnügen bleiben: Wie schon bei seinen letzen Trips wird David Lohmüller die Reise in Blog und Bild festhalten.

Auf dem Blog über die Mofasafari wird man die beiden Flitzer auf einer GPS-gestützten Landkarte live verfolgen können. Interessierte können überdies aktiv werden: in so genannten Quiz-Etappen gilt es, David und Lorenz bestimmte Fragen zu beantworten. Den Gewinnern winken gesponserte Sachpreise.



Ausgenommen von allen Überraschungen ist hingegen der Abreisetag. Morgen um 11 Uhr schwingen sich die Jungs am Tennenbacher Platz (Gasthaus Goldener Sternen, Abschiedsfrühstück) auf ihre Metallesel. Auch für die Ankunft in Marrakesch haben sich die beiden eine Deadline gesetzt: Die Tickets für den Rückflug nach Frankfurt am 27. November sind bereits bestellt.

Ihre beiden Mofas müssen David und Lorenz übrigens aus logistischen Gründen in Marokko zurücklassen.