Mobile Cocktails aus der Plastiktüte

Alexander Ochs

Caipirinha, Sex on the Beach, Mai Tai, Mojito, Daiquiri, Margarita - das sind die Top Five der Longdrinks in den meisten Bars. Doch wer sich die angesagten Cocktails selbst mixen möchte, braucht dafür oft das Equipment eines professionellen Barkeepers. Uwenn man dann mal alle Zutaten für einen speziellen Drink hat, fehlen vier weitere für einen anderen Drink. Damit soll jetzt Schluss sein. Die US-Firma Lt. Blender's stellt seine Lösung dieses Problems vor: Frozen Concoction ("gefrorenes Getränk") - Cocktails in bzw. aus. Tüten. Es handelt sich dabei um eine pulverartige Mischung. Laut Hersteller enthält sie 300 Gramm biologische Geschmacksmittel (Kokos, Pfirsich etc.), die zuvor schockgefrostet und gefriergetrocknet wurden. Man füllt die Tüte bis zur ersten Markierung mit Alkohol (Rum, Tequila, von Drink zu Drink unterschiedlich), schüttelt gut durch und füllt Wasser in den Beutel, bis dieser voll ist und legt das Ganze für zwei bis sechs Stunden ins Tiefkühlfach. Wer es eilig hat, gibt die Flüßigkeit einfach über einige Eiswürfel und fertig ist der Drink. Das soll dann zwei Liter des Cocktails ergeben und ist mit knapp 9 Euro für ca. 16 Portionen vergleichsweise günstig, aber eben auch dementsprechend schwer und unhandlich. Für alkoholfreie Drinks kann man statt Alkohol auch Fruchtsaft einfüllen. Schmecken tut das Zeug anscheinend so gut wie frisch zubereitet und soll in Amerika der Renner schlechthin sein, eingefleischte Barkeeper sollte man dazu aber besser nicht befragen.Von der Verpackung grinst den Käufer ein alternder Leutnant an, Leutnant Blender, auf den die Erfindung der Tütencocktails angeblich zurückgeht. Die Geschichte oder besser der Hersteller will es, dass der Leutnant nachdem sein Mixer kaputt ging, nicht auf seinen Cocktails verzichten wollte und sie deshalb einfror. Er sprang mit seinem Fallschirm über einem Strand ab - im Gepäck hatte er die Beutel mit gefrorenen Margaritas. Der Rest ist Geschichte.Bisher in den USA erhältlich: Margarita, Strawberry Daiquiri, Piña Colada, Hurricane, Mudslide, Mojito, Sangria Wine, Peach WineBellini, Strawberry Wine, Margarita Wine. Australien-Reisende werden dort übrigens möglicherweise ein ähnliches Produkt kennen gelernt, das von der Firma Ice Republic hergestellt wird. In Deutschland sind die Drinks to go bisher nur über einen Importeur und wenigen Geschäften in Norddeutschland zu beziehen. Aber wenn sich die Idee gut verkauft, wird es auch hier zu Lande immer mehr Fast-Cocktails geben. Jugendschützer sehen folgende potentielle Gefahr dabei: Da sich in den Tüten nichts Hochprozentiges befindet, ist es jedem erlaubt, sie käuflich zu erwerben, es gibt keine Altersbeschränkung. Es werde Minderjährigen sehr viel leichter gemacht, sich die Kante zu geben. Fazit: Dosenpfand gespart, viele Drinks für relativ wenig Geld, aber: Den Alkohol muss man immer noch zu Hause haben, der Beutel ist kein sehr hübscher Begleiter und das Lounge-Feeling bleibt noch zu bemängeln. Es hat einfach nicht soviel Stil, einen Cosmopolitan aus einer Plastiktüte zu schlürfen. Aber billiger und schneller als die Selbstzubereitung ist es allemal.