Interview

MLPD-Jugend will ein Protestcamp auf dem Dietenbachgelände aufbauen

Manuel Fritsch

Am heutigen Donnerstag soll’s losgehen:"Rebell", der Jugendverband der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands, ruft zum Protestcamp auf dem Dietenbachgelände auf. Warum?

Nick Sartorio ist Mitglied des Jugendverbands "Rebell".

BZ: Wie kommt man vom Marxismus-Leninismus nach Dietenbach? Marx und Lenin waren doch Fans der Urbanisierung.
Sartorio: Marx und Lenin waren Verfechter des Umweltschutzes. Marx sagte, dass wir nicht die Eigentümer der Erde sind, sondern nur ihre Nutznießer, und dass wir die Erde den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen haben. Im Marxismus-Leninismus geht es immer darum, eine lebenswerte Zukunft für alle zu schaffen. Wir sehen aber, dass genau das in Dietenbach nicht geschieht. Hier wird ein milliardenschweres Spekulationsobjekt auf Kosten der Umwelt und der Massen der Bevölkerung gebaut.

"Selbstverständlich sind günstige Wohnungen in unserem Interesse. Dietenbach ist da aber nicht die richtige Lösung."

BZ: Dietenbach soll eine soziale Schieflage ausgleichen. Zählt das für Sie nicht?
Sartorio: Selbstverständlich sind günstige Wohnungen in unserem Interesse. Dietenbach ist da aber nicht die richtige Lösung. Dort entstehen Wohnungen frühestens 2026 und nur ein paar hundert jährlich. Der Bedarf ist aber heute schon da. Das lässt sich nicht durch einen Stadtteil lösen, der im Endeffekt nur den Mietspiegel nach oben treiben wird.

BZ: Worum geht es in Ihren Workshops?
Sartorio: Es gibt am Freitag mehrere Workshops. Ganz wichtig ist das Thema Antifaschismus, weil sich jetzt die AfD noch drangehängt hat und gegen die Bebauung ist. Das machen die aber aus rein taktischen Gründen, das ist Teil ihrer Abschottungspolitik. Deswegen ist uns wichtig, dass die ganze "Rettet Dietenbach"-Bewegung konsequent antifaschistisch bleibt. Dann gibt es einen Workshop zur Bündnisarbeit, denn hier gibt es ein tolles Bündnis von religiösen bis hin zu revolutionären Gruppen, es gibt einen Workshop zur Vorbereitung der Demonstration und einen Kickbox-Workshop.
Das Protestcamp findet vom 14. bis 17. Februar 2019 auf dem Dietenbachgelände statt.
Programm: Dietenbach Protestcamp

Mehr zum Thema: