Mit Konzept und Finesse zu einem sehenswerten Derbysieg

Dirk Philippi

Augen reiben in der Franz-Siegel-Halle! Mit einem erstaunlich disziplinierten und klugen Spielplan sowie einer teilweise begeisternden Teamleistung gewannen die Wölfe Freiburg gestern Abend als Aufsteiger gegen den vermeintlichen Mitfavoriten der 2. Eishockey-Bundesliga aus Ravensburg mit 3:1 (mit Videos).



Es ist eine Momentaufnahme, gut, dafür allerdings eine für Freiburger Verhältnisse und die Weissagungen der deutschen Eishockey-Szene überaus unerwartete:

  • Die Wölfe sind mit sechs Punkten aus drei Spielen hervorragend in die Saison gestartet,
  • eine ausgeklügelte Spieltaktik wurde diszipliniert umgesetzt,
  • Spieltempo und Defensivverhalten präsentierten sich auf gehobenem Zweitliga-Niveau,
  • Nachwuchstorhüter Christoph Mathis (20) agierte abgeklärt und souverän und
  • der körperlich unterlegene Aufsteiger gewann die Mehrzahl aller Zweikämpfe.
Während sich entgegen der oben genannten Überraschungen die Offensiv-Abteilung der Wölfe erwartet spielfreudig und technisch gewieft zeigte, dürfen all die „Neuerungen“ im Freiburger Spiel zu vorderst einem zugeschrieben werden: Coach Peter Salmik. Dieser war nach der gestrigen Partie so euphorisiert und stolz, dass ihm sein Grinsen beinahe die Backen gespalten hätte – und das vollkommen zu Recht. Salmik hat es binnen weniger Wochen geschafft, einer Mannschaft aus erfahrenen Individualisten und jungen Spielkindern einen Masterplan einzuimpfen, welchen diese geschlossen und zu jeder Minute überzeugend darboten.

„Ich hätte mich umgebracht“, resümierte Salmik nach der Partie arg drastisch, dass sein Team trotz der dominierenden Spielweise nach 40 Minuten nur 1:0 durch das Tor von Youngster Chris Billich (3 Spiele – 3 Tore) in Führung lag. Selbst bei Fünf-gegen-Fünf-Situationen schnürten die Wölfe die Tower Stars in deren Drittel ein und wenn dann doch einmal ein Aufbaupass der ratlos wirkenden Oberschwaben ankam, dann gewannen die Salmik-Schützlinge die Zweikämpfe in der neutralen Zone.

Und so waren die vermeintlichen Titelfavoriten aus Bodenseenähe auch im Schlussdrittel der Freiburger Forechecking-Taktik nicht gewachsen. Petr Mares verwandelte einen Rebound und Roman Kadera sorgte nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer durch einen leicht abgefälschten Ravensburger Schlagschuss mit einem Empty-Net-Tor für den verdienten 3:1-Endstand. Christoph Mathis wurde zum Spieler des Abends gewählt, die Wölfe drehten ihre Ehrenrunden und in Freiburg ist man froh, dass die biedere Oberliga-Zeit vorerst ein solch schönes Ende gefunden hat.

Videos:
  • Pressekonferenz mit Peter Draisaitl und Peter Salmik
  • Youtube-Clip mit Spielbericht von DSF