Mit Jesus an die Spitze: Schülerzeitung gewinnt Titelbild-Preis

Aljoscha Harmsen

Der Schülerzeitung des Bertold-Gymnasiums hat am Montag bei der Preisverleihung des Spiegel-Wettbewerbs "Die besten Schülerzeitungen Deutschlands" ordentlich abgeräumt. Sie ging aus dem Wettbewerb als zweitbeste von 742 deutschen Schülerzeitungen hervor und erzielte den ersten Platz in der Kategorie Titelbild.



Das Sieger-Titelbild mit dem Titel „Jesus 2.0 – Game Over?“ zeigt Jesus mit einem Nintendo Wii-Controller in der Hand. Auf seiner Halskette steht in großen Buchstaben „Sohn“. „Er sieht einer Zukunft entgegen, die ihm bestenfalls einen Platz als Avatar in der Web-Community einräumt“, sagt Gregor Kalchthaler, Schülersprecher des Bertold-Gymnasiums und Chefredakteur der Schülerzeitung „Background“. „Man muss immer aufpassen, wenn man so was macht. Man darf Religion und Glaube nicht ins Lächerliche ziehen“, sagt der 18-Jährige. Keine Polemik, sondern eine Anspielung auf die Gestrigkeit der Kirche soll das Bild sein. „Die Spiegel-Redaktion hat uns für den Mut, dieses Bild zumachen, gelobt.“ Natürlich habe es Kritik gegeben, aber „in Baden-Württemberg besteht für Schülerzeitungen das Recht, ohne Zensur zu erscheinen. Das nutze ich natürlich.“




Den Preis nahm Gregor zusammen mit Markus Hafner entgegen, mit dem er das Bild entworfen hat. Überreicht wurde er von Spiegel-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron. Für den Spitzenplatz in der Kategorie Titelbild gab es eine Prämie von 600 Euro für die Redaktion.

In der Kategorie Interview erzielte die Schüler-Redaktion Platz zwei und durfte eine Prämie von 400 Euro einstreichen, die sich die Redaktion mit dem Interviewer teilt. Grund dafür war ein Interview mit dem 19-jährigen Priesterseminaranwärter Maximilian Nowak, der ausführlich über das Zölibat, seinen Glauben und die Idee spricht, Lan-Partys mit der Gemeinde zu feiern. 



„Die Prämien werden wir in die Schülerzeitung stecken, damit wir nächstes Jahr  weitermachen können“, sagt Gregor. „Der Druck der aktuellen Ausgabe kostete 2000 Euro, da sind 1000 Euro viel Geld.“ In der Kategorie Heftinhalt landete Background auf Platz fünf, In der Kategorie Layout auf Platz sieben und in der Kategorie Reportage auf Platz 10.

Für die Schülerzeitung Background schreiben 14 Autoren. „Wir finanzieren uns komplett über Anzeigen und Spenden“, sagt Gregor. „mir fehlt eine Förderung unserer Schülerzeitung durch die Lehrer. Sie freuen sich über die Auszeichnungen, die wir als Vertreter der Schule bekommen, aber unterstützen uns zu wenig.“ Wenigstens solle doch jeder Lehrer eine Ausgabe für 2,50 Euro kaufen, findet Gregor. Für die aktuelle Ausgabe hat er mit seiner Schüler-Redaktion etwa ein Jahr gearbeitet. Gedruckt wurden 400 Exemplare.

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