Mit der Stretch-Limousine durch Freiburg

Adrian Hoffmann

Es ist ein komisches Gefühl, spannend und peinlich zugleich. Vorm Colombi-Hotel aus einer Stretch-Limousine auszusteigen ? ohne ein Star zu sein. Ziemlich inszeniert, oder? Aber ein einmaliges Erlebnis, denn die neue Limousine von Leonhard Hatzenbühler aus Freiburg macht was her: Es ist die mehr als acht Meter lang gezogene Variante eines Ford Jeeps. Mit Video.



Seit drei Wochen hat Leonhard Hatzenbühler es in Freiburg stehen, sein Schmückstück, extra aus Kalifornien hierher verschifft. Die Kosten hat er noch gar nicht im Überblick, er schätzt sie auf rund 100.000 Euro. Sportlich ist diese Limousine nicht mit ihren 240 PS, dafür ist sie viel zu schwer, aber um schnelles Fahren geht es dabei ja gar nicht. Es geht ums Cruisen, und darum, durch die getönten Scheiben den Leuten in die vor Staunen offenen Münder zu schauen.


Leonhard Hatzenbühler (32) ist seit jeher Fan von großen Mobilen. Mit seinem Vater saß er immer im Lkw, wenn der eine seiner Touren quer durch Europa machte. So kam es, dass er selbst irgendwann auch hinterm Steuer eines großen Wagens sitzen wollte. Die Geschäftsidee mit den Limousinen hatte er, nachdem immer mehr seiner Freunde und Bekannten solche Angebote nutzten - sei es, um zur Disco zu fahren oder zum Standesamt.

Die neue Limousine, in Form eines langen Jeeps, ist besonders ungewöhnlich und deshalb auch besonders Aufsehen erregend. Das sind Dinge, die Leonhard Hatzenbühler genau so wollte. "So etwas hat hier keiner", sagt er, "und meinen Kunden gefällt das." Wenn er mit seinem Ford durch die Freiburger Innenstadt fährt, schwenken die Touristenfotos auf ihn und sein Gefährt. Die Leute deuten auf die Limousine, drehen sich beim Fahrradfahren um, viele lachen und stellen sich wahrscheinlich die Frage: Wer bitte sitzt in diesem Wagen hinter den dunklen Scheiben? Von außen gibt es zu ihrem Leidwesen keine Möglichkeit des Einblicks.



Was man von außen mitbekommt, ist höchstens ein bassiger Eindruck der Party, die in der Limousine gefeiert wird. Wenn Leonhard Hatzenbühler seine Mucke aufdreht, wahlweise gerne 50 Cent oder G-Unit, dann wackelt das ganze Ding. Das Interieur ist etwas dekadent. Vom Sofa aus blickt man auf die Sektgläser, überall leuchten Lichter, in allen Farben, auch Farben wechselnd, ein Laser strahlt von der Decke, drei Monitore sind installiert.

Für die nächsten Wochen ist Hatzenbühlers neue Jeep-Limousine schon gut gebucht. Seine Kunden buchen ihn aus unterschiedlichsten Anlässen. Die einen wollen wirklich nur von Disco zu Disco gefahren werden, ein Junggesellinnen-Abschied war zum Beispiel schon dabei, die anderen wollen zum Flughafen gefahren werden oder tatsächlich zum Standesamt. "Besonders reich sind eigentlich die wenigsten Kunden", sagt Leonhard Hatzenbühler ? es seien viel öfter einfach nur Menschen dabei, die einmal das Gefühl erleben wollen, wie es ist, in solch einer Limousine durch die Stadt zu fahren, wenn möglich nachts, und aufzufallen.

Es braucht ein äußerst gutes Fahrgefühl, um dieses lange Gefährt durch Freiburgs enge Straßen zu lenken. Leonhard Hatzenbühler lässt sich dazu alle Zeit der Welt, schließlich soll seine Limousine ja sowieso angeschaut werden, das ist ja mit der Sinn der Sache. Damit seinem neuen Heiligtum aber auch wirklich nichts passiert, hat er im Cockpit einen Monitor angebracht, über den er alles sieht, was hinter ihm geschieht.

Und damit jeder auch gleich weiß, wie toll er Amerika findet, hat er sich die Streifen und Sternchen unter den Rückspiegel gehängt. Das macht sich extrem gut in einem solchen Auto, findet er - genauso wie das Tragen einer Sonnenbrille hinterm Steuer der Limousine, natürlich bei jedem Wetter.

Mehr dazu:

  • Leonhard Hatzenbühler
  • Handy: 0163/5558580 / Festnetz: 0761/8815791


Video: