Tanztheater

Mit der futuristischen Produktion "Pasionaria" startet das Theater in die kommende Spielzeit

Gina Kutkat

Das Eröffnungswochenende am Theater Freiburg beginnt mit einer Reise auf einen fernen Planeten: "Pasionaria" ist ein futuristischer Ort, an dem Kunstmenschen ohne innere Empfindung leben. Ein Tanzstück der spanischen Kompanie "La Veronal."

Sie leben nebeneinander her, haben jegliche Emotion verloren und sind Sklaven der Digitalisierung: Die Kunstmenschen in einer sterilen Welt in der Zukunft. Dieses Szenario bringt der spanische Choreograf Marcos Morau auf die Bühne. "Pasionaria" ist der Name des Planeten, auf dem die Androiden leben. Oder eher: Auf dem sie von Technologie dominiert werden. Acht Tänzerinnen und Tänzer der Kompanie La Veronal aus Barcelona schlüpfen in die Rollen der futuristischen Figuren, was auch tänzerisch eine Herausforderung ist. "Es ist eine ganz neue Erfahrung, das darzustellen", sagt Tänzerin Angela Boix Duran. "Ich musste dafür raus aus meiner Comfort Zone."

Tanz am Theater Freiburg: Blick in die technologische Zukunft

Nicht nur die Tänzerinnen und Tänzer betreten neue Wege, auch die Tanzsparte des Theater Freiburgs. "Wir hatten für eine Tanztheater noch nie so ein aufwändiges Bühnenbild", sagt Adriana Almeida Pees, zuständig für das Tanzprogramm. Sie ist großer Fan der Kompanie La Veronal: "Seit drei Jahren versuche ich, die Truppe zu kriegen. Endlich ist es mir gelungen." Im Großen Haus wird derzeit der Zukunftsplanet erschaffen. Das ganze Setting wird eine Mischung aus futuristischen Elementen, mit Referenzen an die 80er Jahre. Ein Look, den man auch aus Serien wie "Stranger Things" kennt. Und genau wie in dem Netflix-Hit, spielt auch die Musik eine wichtige Rolle. Choreograf Marcos Morau hat sie zusammen mit einem Musiker konzipiert und verschiedene Stile kombiniert: So trifft Johann Sebastian Bach auf elektronische Musik.



"Alles ist natürlich Fiktion, aber wir möchten damit auch eine Warnung aussprechen – an uns und an das Publikum", sagt Angela Boix Duran. "Wir sitzen alle im selben Boot." Denn Pasionaria spiegelt die heutige Gesellschaft wider, die vor lauter technologischem Fortschritt das Wesentliche aus den Augen verliert. Ein Thema, das sich übrigens durch die kommende Spielzeit der Tanzsparte ziehen wird: "Wir gehen der Frage nach, wie die Technologie uns berührt und was sie mit uns macht", so Adriana Almeida Pees.

Pasionara gibt am Freitag den Startschuss für das Eröffnungswochenende der kommenden Spielzeit am Theater Freiburg. Am Samstag folgt die Oper Falstaff, am Sonntag das Schauspiel Kasimir & Karoline.

Eröffnungswochenende des Theater Freiburg

  • Was: Pasionaria
  • Wann: Freitag, 27. September, 19.30 Uhr
  • Wo: Theater Freiburg, Großes Haus
  • Tickets: ab 25 Euro

  • Was: Theaterführung
  • Wann: Samstag, 28. September, 10. 30 Uhr
  • Wo: Theater Freiburg, Bühneneingang
  • Eintritt: frei

  • Was: Falstaff
  • Wann: Samstag, 28. September, 19.30 Uhr
  • Wo: Theater Freiburg, Großes Haus

  • Was: Konturen der nächsten Gesellschaft
  • Wann: Sonntag, 29. September, 17 Uhr
  • Wo: Theater Freiburg, 17 Uhr

  • Was: Kasimir und Karoline
  • Wann: Sonntag, 29. September, 18. 30 Uhr
  • Wo: Theater Freiburg, Kleines Haus