Mit dem Moody Monday im White Rabbit in die Woche bummeln

Johanna Hasse

Und immer kehrt er wieder – der Montag. Wie der Moody Monday im White Rabbit jeden zweiten Montag mit gemütlicher elektronischer Musik in die Woche holt oder uns geschmeidig aus dem Wochenende tanzen lässt.

Montage sind scheiße. So der allgemeine Konsens. Aber sie sind auch nur so scheiße, wie man sie macht. So der Kalenderspruch aus der Küche. Für manche ist der Montag aber auch der schönste Tag der Woche, meinen Konrad Dycke, Max Backfisch und Juli Hamburg. Seit einem halben Jahr organisieren die drei Jungs aus Freiburg den Moody Monday im White Rabbit.


Tag fünf

Den Montag sehen die Jungs eher als Tag fünf statt als Tag eins. Ja, es gibt wohl Leute, die nach Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag auch noch den Montag als Teil des Feier-Wochenendes bezeichnen würden. Gar nicht so schlecht, denn so gesehen hat die Woche eigentlich nur drei Tage. Alle Arbeitstätigen und – wütigen werden jetzt den Kopf schütteln, alle Bummel-Studierenden nur andächtig nicken und "Ja, Mann!" sagen.

Aber ob nun Tag eins oder Tag fünf, das Ziel des Orga-Teams war es, mit der Party-Reihe ein alternatives Angebot für den Montagabend zu schaffen: stadtnah, experimentell, atmosphärisch. Initiator und Ideengeber Juli Hamburg, der abseits von Beat und Bass Julian Dunzweiler heißt, wollte den Freiburgern einen musikalischen Anreiz geben – "neben dem Normalprogramm".

Launisch und vielseitig

Die Musik beim Moody Monday ist so launisch und vielseitig wie der Name schon sagt. Verschiedene Genres fließen ineinander, gehen harmonische oder experimentelle Symbiosen ein, Ethno-Klänge treffen auf treibende Elektro-Beats, Melodie und Minimalistik wechseln sich ab. Die Musik darf Irritationsmomente haben, Umwege gehen und lange Schleifen ziehen. "Die Künstler können mutig sein, ausprobieren, hier ist Platz für Stil-Brüche und Ausbrüche", sagt Juli Hamburg. Elektronische Musik sei immer auch "Pionier-Arbeit", sagt Konrad Dycke.

Gedrosseltes Tempo

Man weiß also nie so richtig, in welche Richtung sich der Sound an diesen Montagen entwickelt. Mal wabbert er so durch den Raum, mal marschiert er stramm nach vorn. Was sich aber als "roter Faden" durch den Moody Monday-Sound ziehen soll, ist das eher gedrosselte Tempo. Hier wird die Musik selten schneller als 105 Beats per Minute gespielt.

Langsam, ohne langweilig zu sein. Abwechslungsreich, ohne random zu wirken – so würde Max Backfisch seinen Moody Monday-Sound beschreiben. "Die Bässe werden durch das reduzierte Tempo länger gezogen und gehen dadurch tiefer." Nicht zufällig haben sich also Wörter wie "Bummel-Techno" und "Schneckno" gefunden.

Wohnzimmer-Atmosphäre

Mit Socken über den Teppich tanzen, in melodischen Slowtech-Klängen wiegen wie im Schaukelstuhl, weiche Lichtflecken über Gesichter mit leicht entrücktem Lächeln huschen lassen. Die Wohnzimmer-Atmosphäre und dieses "herzöffnende, menschliche Feiern" statt nur "stupides Abfeiern" hat Juli Hamburg in Freiburg bislang gefehlt.

Julian und Konrad waren von ihrer Idee von Anfang an überzeugt. "Zuerst haben uns die Leute nur ein müdes Lächeln zugeworfen, eine Party am Montag sei halt eine blöde Idee", erzählen die beiden. Am Anfang hatten sie zwei Gäste, dann zehn, dann fünfzig. Mittlerweile wird der launische Montag von noch viel mehr launischen Freiburgern gefeiert. "Das hat sich alles super entwickelt", sagt Julian, "an den guten Sound zu glauben, ist die richtige Richtung."

Mit dem Moody Monday wird nicht nur der nahende Winter, sondern auch dieser schlimme, immer wiederkehrende Montag erträglich, nein: sogar ziemlich schön. Da kann dann auch gern der Dienstag kommen, dann sind es nämlich nur noch sechs Tage bis zum nächsten Montag – oder drei, wie man es nimmt.

Der Moody Monday zusammengefasst:
  • Wann?
    Erster und dritter Montag im Monat. "So zwischen 22 und 23 Uhr – da sind wir variabel."
  • Wo?
    "Der Hasenbunker ist unser Hauptquartier."
  • Wer?
    Als Residents "fest im Boot" sind: Juli Hamburg, Max Backfisch, Konrad Dycke, Tom Sun, Lang & Saftig. Einmal im Monat werden Gäste aus In- und Ausland geladen. Bislang waren da: Tariq, Alexander Scharf, Kling und Klang, Julian Maier-Hauff. Auf dem Weg sind noch: Ray Hoffmann, Martha van Straaten, Just Emma, Mimi Love usw.
  • Was?
    Musik um die 100 Beats per Minute, keine vollgepackten Line-Ups, dafür längere Sets und Entfaltungsraum für die Künstler, Teppiche und orientalische Lampen, Sofas zum gemütlich rumlümmeln, "gute Spirits und eine herzliche Atmosphäre".
  • Wie viel?
    "Spenden sind nicht ganz der energetische Ausgleich für die Mühe und Arbeit, die drin steckt. Deswegen gibts nun einen flexiblen Eintrittspreis von 3 bis 5 Euro."