Direktzug

Ab Freiburg fährt bald wieder ein Direktzug nach Mailand

Matthias Pieren

Zum Fahrplanwechsel erhält Freiburg nach über zehn Jahren wieder einen Direktzug nach Mailand. Fünf Stunden soll die Fahrt mit dem 250 km/h schnellen Euro-City-Express dauern.

Sogenannte Trainspotter waren in den letzten Wochen wie im Goldrausch: Die Hobby-Fotografen, die auf der Jagd nach besonderen Loks oder Zügen entlang der Schienen unterwegs sind, hatten zuletzt zwischen Karlsruhe, Freiburg und Basel einen echten Exoten im Fokus: Seit September war mit dem ETR 610 (italienisch: ElettroTreno Rapido) ein Hochgeschwindigkeitszug zu Test- und Schulungsfahrten unterwegs. Der wurde entworfen vom italienischen Stardesigner Giorgio Giugiaro – und trägt den Namen "Johann Wolfgang von Goethe."


Neue Zuggattung "Euro-City-Express"

Bevor der Hochgeschwindigkeitszug, der bis zu 250 Stundenkilometer erreicht, ab dem Fahrplanwechsel zum 10. Dezember täglich zwischen Frankfurt, Freiburg und Mailand im Einsatz ist, mussten schließlich die SBB-Lokführer auf den neuen Zug und die deutsche Strecke eingewiesen werden. Mit dem schicken Super-Schnellzug wird erstmals seit einem Jahrzehnt eine Direktverbindung zwischen der deutschen und der italienischen Bankenmetropole angeboten.



Dabei wird sogar eine neue Zuggattung aus der Taufe gehoben: der Euro-City-Express (ECE). Die tägliche Verbindung wird als ECE 151 um 08.01 Uhr ab Frankfurt über Mannheim und Freiburg (ab 10.15 Uhr), durch den Gotthard-Basistunnel nach Mailand rauschen (Ankunft 15:35 Uhr). Die Rückfahrt ab Mailand beginnt um 11.23 Uhr, der Zug erreicht Freiburg um 16.20 Uhr und seine Endstation Frankfurt um 18:59 Uhr.

Weitere Verbindungen sollen folgen

Der siebenteilige Triebwagen hat Platz für bis zu 430 Passagiere. Branchenkenner sehen in ihm eine Konkurrenz zum Intercity-Express: Anders als der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV, der zwischen Frankfurt-Karlsruhe/Kaiserslautern und Paris wie der ICE von einer gemeinsamen Tochtergesellschaft der DB und der französischen Eisenbahn SNCF betrieben wird, ist der ETR 610 ein Angebot der Schweizerischen Bundesbahn – in dem der übliche DB-Fahrpreis für ICE gilt.

Die Fahrtzeit von rund fünf Stunden entspricht den bislang angebotenen Verbindungen, wobei bislang allerdings ein Umsteigen in Basel/Zürich (über den Gotthard-Basistunnel) oder Bern (Lötschberg-Basistunnel) nötig war. Der Frankfurt-Mailand-Express wird von der SBB nur als Verlängerung der Verbindung Mailand-Basel bis Frankfurt realisiert. In den kommenden Jahren sollen weitere Verbindungen auf dieser Strecke folgen.

Der Zug soll am Freitag, 17. November bei der offiziellen Premierenfahrt offiziell auf den Namen "Johann Wolfgang von Goethe" getauft werden. Gegen 10.25 Uhr verlässt der Sonderzug Freiburg in Richtung Süden.
Info:

Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember erhöht die Bahn die Fernverkehrspreise um durchschnittlich 0,9 Prozent. Aber es gibt neue Reisemöglichkeiten – auch im Südwesten. Eine Kooperation mit dem Land und der Schweizerischen Bundesbahn (SBB) ermöglicht doppelt so viele IC-Fahrten auf der Gäubahn von Stuttgart über Singen nach Zürich, was zu einem Stundentakt führt, teilte die Deutsche Bahn mit. Alle zwei Stunden ist dabei ein neuer Intercity-2-Zug unterwegs und ersetzt die zweistündlichen RE-Züge – und bedient auch Zwischenhalte wie Herrenberg. In den IC-Zügen zwischen Stuttgart, Singen und Konstanz werden alle Nahverkehrstickets anerkannt. Auch Fahrräder können nach Reservierung mitgenommen werden. Vier neue IC-Direktverbindungen gibt es täglich zwischen Stuttgart und Konstanz. Außerdem kommen zweistündlich umsteigefreie ICE von Stuttgart und Mannheim in den Nordosten hinzu.