Mit 21 schon Filmregisseur

Adrian Hoffmann

Raphael Büchel mag keine Happy Ends. Deshalb hat er sich einfach dafür entschieden, die Hauptrolle seines Films am Ende sterben zu lassen. “Ich finde das schöner”, sagt er. Der 21-jähriger Freiburger hat vier Jahre lang gebraucht, um seine Idee des eigenen Films zu verwirklichen, war Cutter, Regisseur, Produzent und Schauspieler-Brötchenschmierer in einem ? und hat sich das jetzt wirklich verdient: “Liebende” läuft ab 2. Juli im Kino, genauer: im Freiburger Cinemaxx. Wir verlosen zwei Mal zwei Karten.

Der Spielfilm ist 101 Minuten lang geworden. Im Vergleich zu den Tausenden von Stunden Arbeit, die Raphael reingesteckt hat, ist das gar nichts. Schon während der Schulzeit, in der zwölften Klasse, hat er zumindest gedanklich mit dem Film begonnen. Wochenenden gab es keine mehr, Raphael hat am Drehbuch geschrieben und geschrieben, nonstop. Er hat es in den kommenden Jahren auch mehrmals wieder umgeschrieben und den Schluss verändert.Das Besondere an diesem Kinofilm ist, dass die überwiegend aus Jugendlichen bestehenden Filmcrew als auch die Schauspieler ohne Gage mitgemacht haben. Mussten sie ja auch, weil das Projekt von Anfang an gemeinnützig war. Der Träger ist das European Telecoaching Institute, außerdem wird der Film von der Jugendstiftung Baden-Württemberg unterstützt. Und das Geld für die Investitionskosten, die stammen großteils von Raphaels Mutter. Und mit den Einnahmen durch die Spielzeit im Kino will er diese Schulden dann begleichen können.

Der Film, eine Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang, handelt von einem reichen, afroamerikanischen Studenten. Nachdem er in einem Fastfood Restaurant ohnmächtig zusammenbricht und festgestellt wird, dass er in wenigen Monaten stirbt, erfährt sein wohlbehütetes Leben eine Wendung. Da er und sein Vater immer aneinander vorbei lebten und der Tod der Mutter, die ihm sehr viel bedeutete, nie richtig aufgearbeitet wurde, entschließt er sich, in das Land zu fliegen, in dem seine Mutter bis zu ihrem Tod lebte: Deutschland. Er trifft ein Mädchen in der Straßenbahn, in das er sich sofort verliebt.Raphael Büchel war am Anfang eher skeptisch, dass alles so läuft, wie er sich das vorgestellt hat. Er dachte, so einen Jungspund nimmt keiner ernst. Seine schlimmste Befürchtung war, dass die Licht- und Kamerajungs nach einer Woche Dreharbeit abhauen würden. Aber so kam es nicht. Stattdessen waren die Leute um ihn herum engagiert bei der Sache, nonstop. Und das immerhin, ohne bezahlt zu werden. “Selbst wenn die 0-Grenze mit den Kinoeinnahmen erreicht wird, wird der Gewinn an gemeinnützige Organisationen gehen”, sagt Raphael. Für ihn ist sein erster großer Film deshalb vor allem eine Arbeitsprobe für die Bewerbungsmappe. Demnächst geht er für ein Jahr zu einem lokalen Fernsehsender in die USA, und danach, wer weiß, da gibt er uns vielleicht schon keine exklusiven Interviews mehr.



Verlosung:

Wir verlosen zwei Mal zwei Karten für die Premiere am 2. Juli im Freiburger Cinemaxx. Wer zuerst kommt, hat zuerst. Schickt einfach eine Mail an info@fudder.de mit dem Betreff “Liebende ? der Film” und hinterlasst Eure vollständige Adresse plus Telefonnummer.