Milk & Chocolate Records: Der Traum vom eigenen Label

Oliver Maier

Freiburg hat eine kleine, aber umtriebige unabhängige Musikszene. Mitunter hat man zwar das Gefühl, es sind immer dieselben Nasen, die dort auf der Bühne oder hinterm Tresen im Plattenladen stehen oder die Konzerte veranstalten, was aber nicht weiter schlimm ist. Für diese Leute ist die Musik eine Herzensangelegenheit, egal, ob dabei etwas Zählbares herausspringt. Einer dieser aktiven Menschen ist Chris Elster. Er hat sich einen Traum erfüllt und ein eigenes kleines Plattenlabel mit dem schönen Namen Milk & Chocolate Records gegründet.



Anfang Oktober feiere Chris im ausverkauften Freiburger Café Atlantik seine erste Veröffentlichung: Canned Candies von The Lo Fat Orchestra aus der Schweiz. Die Band trat zu diesem Anlass natürlich auch live auf. Dabei konnte der frisch gebackene Plattenboss sich aber nicht zurücklehnen, denn er stand auch noch selbst auf der Bühne. Seine eigene Band The Seducers, bei denen er Bass spielt, feierte dort ebenfalls Plattentaufe. Eben sehr umtriebig, der Mann.


„Für mich war es die Weiterführung dessen was ich sowieso schon mache. Eine Art logische Konsequenz aus meinem Leben für die Musik.“ begründet er die Idee zum Label.

Momentan ist der Ein-Mann-Betrieb eher noch ein Hobby - und zwar ein recht zeitaufwändiges und kostenintensives. Und damit teilt er das Leid vieler freier Musikschaffender: kein Geld um das Ganze intensiv zu betreiben, aber auch keine Zeit, viel zu arbeiten oder ein ordentliches Studium zu führen.

Aber durch seine Arbeit im Tonträgerhandel und als Musiker konnte er schon viele - und vor allem die richtigen - Kontakte knüpfen, sodass er sich schon in recht professionellen Strukturen befindet. Damit könnte das Label schon bald auf den nächsten Level gehoben werden, nämlich das Erreichen des Break-Even-Points - zumindest das, was er ins Label steckt, soll auch wieder herauskommen.

Stilistisch gibt es bei Milk & Chocolate Records im Prinzip keine Vorgaben, was durch die Veröffentlichung der Schaffhausener Band Lo Fat Orchestra mit ihrem schrägen Mix aus trashigem Indie, Soul und Pop untermauert wird. Es wäre sicher einigermaßen schwierig, eine weitere Band dieser Kategorie zu finden.

„Ich will veröffentlichen, was mir gefällt.“ Über einen gewissen Background sollten die Bands allerdings schon verfügen, denn insgesamt wird sich das Repertoire sicherlich aus dem Großraum Punk, Rock und Sixties rekrutieren, denn daran hängt auch Chris’ Herz. Und wenn ihm eine Band gefällt, dann tut er auch alles, dass sich die Musiker bei ihm gut aufgehoben fühlen.

Dazu zählen auch hochqualitative und ansprechende Verpackungen der Tonträger. Dass er neben der CD auch auf Vinyl veröffentlicht ist für Chris (Bild unten links, mit den Seducers) eine Selbstverständlichkeit.



Für die Zukunft stehen die Ampeln auf grün, denn seit vergangener Woche liegt bereits das zweite Produkt aus dem Hause Milk & Chocolate Records vor. Mit The Girls, einem 70‘s Wave-Punkrock-Glam-Power Pop-Fünfer aus Seattle, hat Chris eine Single gemacht. Na logo auf Vinyl!

Sicherlich ein passendes Weihnachtsgeschenk für die Lieben.

Mehr dazu:

  • Milk & Chocolate Records: MySpace
Erhältlich sind die Platten von Milk & Chocolate Records bei Flight13.