Mikrosystemtechnik: Künstliche Nasen & Intelligente Zahnspangen

Meike Riebau

Künstliche Nasen und die intelligente Zahnspange von morgen: Die Mikrosystemtechniker luden am Samstag zum ersten Mal zu einem Tag der offenen Tür. Obwohl es das schlechstmögliche Wetter gab – grau, nass, und sehr windig – fanden mehrere tausend Menschen den Weg zum Institut bei der Neuen Messe.



Super“, findet Oliver das alles hier. Der 13-jährige (Bild unten) hat soeben gelernt, wie er mit seinen Augen einen Cursor über einen Computerbildschirm steuern kann.


Oliver ist mit ein paar Freunden hier, und ist seit heute überzeugt, dass er später einmal am Freiburger Institut für Mikrosystemtechnik studieren muss. „Das ist der Wahnsinn, zu sehen, dass Gehirnströme messbar sind“, strahlt er. Der 13-Jährige gehört genau zu der Menschen, die sich der Dozent Dr. Oliver Paul am Tag der offenen Tür gewünscht hat: „Ich hoffe, dass wir hier gerade jungen Menschen einen Einblick geben können, in das, was wir tun“.



Das Institut für Mikrosystemtechnik ist das jüngste Institut der Universität Freiburg. Vor zwölf Jahren wurde es mit einer Handvoll Professoren und 30 Mitarbeitern gegründet. Heute gibt es 18 Lehrstühle und etwa 300 Mitarbeiter. Hier werden sowohl Grundlagenforschung als auch Forschungsaufträge von Industrieunternehmen betrieben.

Die „intelligente Zahnspange der Zukunft“ etwa soll in jedem Bracket kleine Sensoren enthalten, die melden, wenn die Zahnspange nachgestellt werden muss. So soll Kieferorthopädie einerseits effizienter, andererseits weniger schmerzhaft werden. Leider (für alle Zahnspangenträger unter den fudder-Lesern) gehört dieses Projekt noch in den Bereich der Grundlagenforschung, es wird also noch einige Zeit dauern, bis  wir unsere Zahnspange zu Hause selbst regulieren können.



Auch die künstliche Nase wird wohl noch etwas Entwicklungshilfe brauchen, „denn das Ziel ist, sie irgendwann bei der Branderkennung oder Herden einzusetzen,“ sagt Doktorand Andreas Pfrengle (Bild oben). Bis jetzt ist das Gerät hauptsächlich in Luftregelungssystemen bei der Massentierhaltung zu finden, und kostet etwa 10.000 Euro.

Die Studenten und Doktoranden des Instituts erklärten den zahlreichen Gästen stundenlang geduldig ihre Arbeiten und führten Experimente vor. Auch wenn manchmal der Werkstoff – wie die Schokolade bei der Vorführung einer Silikonabdruckscheibe – (Bild unten); auf mehr Begeisterung stieß als die Technik, sind doch alle zufrieden nach Hause gegangen. „Ich finde es toll, dass wir hier zeigen können, mit was für kleinen Dingen man große Sachen bewegen kann“, so Kai Kratt, ebenfalls Doktorand am Institut.



Manche, wie Oliver und seine technikbegeisterten Freunde, wollten gar nicht mehr nach Hause. Man darf also hoffen, dass das Institut im nächsten Jahr wieder die Pforten für die Öffentlichkeit öffnet.

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Web: Institut für Mikrosystemtechnik