Miete dir deine eigenen Paparazzi!

Christoph Müller-Stoffels

Die Tür der Limousine öffnet sich, Blitzlichtgewitter, Reporterfragen prasseln auf dich ein. Wer hat sich bei den Bildern vom roten Teppich nicht schon einmal gewünscht in der Haut der Stars zu stecken, zumindest für einen Abend. Amerikanische Unternehmen machen das jetzt möglich.

   Wie fühlt man sich, wenn jede Bewegung, die man macht, von Kameras verfolgt wird? Wie, wenn man zu Details seines Privatlebens in aller Öffentlichkeit von Menschen befragt wird, die damit eigentlich nichts zu tun haben? Ein amerikanisches Unternehmen macht das möglich und ist damit nur der bekannteste Vorreiter einer Modeerscheinung.


Celeb 4 A Day – Berühmtheit für einen Tag haben sich die findigen Amerikaner genannt und werben im Untertitel mit "your very own paparazzi experience". Die Angebotspalette ist dabei groß, angefangen von vier persönlichen Paparazzi, die bei der Ankunft des Auftragsgebers warten und eine halbe Stunde lang die Show abziehen, wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Kosten ab 299 Dollar plus Steuern für das A-List-Package in Austin, Texas. In New York kostet allein dieser Service 729 Dollar.

Wer ein bisschen mehr investieren will, bekommt natürlich auch mehr geboten. Für das Megastar-Package blättert man knapp 1.500 Dollar (wieder in Austin, wieder plus Steuern) hin, wird dann aber auch von sechs Paparazzi empfangen, wird von einer Limousine angekarrt und abgeholt, mit einem Bodyguard versorgt und von einem "Personal Publicist" mit den üblichen indiskreten Fragen gelöchert.

Wer wirklich zu viel Geld hat, bucht die "Celeb 4 A Day All-Inclisive Vacation" – Hin- und Rückflug für vier Personen, vier Nächte in einem All-Inclusive Beach Resort, vier Stunden Paparazzi-Belästigung pro Tag und ein paar weitere Überraschungen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf zarte 21.999,99 Dollar plus Steuern.

Natürlich ist hier die Frage erlaubt und vielleicht sogar angebracht, wer so etwas braucht. Und warum! Will man wirklich das Stargefühl nachleben? Braucht man das, um sein Ego streicheln zu lassen? In der Tat wird es vorkommen, dass einen Unbeteiligte für Stars halten, selbst anfangen zu fotografieren und vielleicht fragen, woher man die "Berühmtheiten" kennt.



Fotografen sind, wie es Phillip Barker im Time Magazine ausdrückt, "a powerful status symbol". Er hat die Erfahrung gemacht, dass man viel schneller in Clubs hinein gelassen wird, wenn man dabei fotografiert wird. Und wenn man nicht weiß, wohin mit seinem Geld, ist hierbei der Spaßfaktor sicherlich groß.

Celeb 4 A Day bietet seinen Service bislang nur in Austin, San Francisco, Los Angeles und New York an. Aber – um alle zu beruhigen, die jetzt schon ihre Eintagesberühmtheit das Bächle runtergehen sehen – eigentlich kann es gar nicht mehr lange dauern, bis Freiburg ins Programm aufgenommen wird. Wo, wenn nicht hier, will man berühmt sein?

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