Merdingen: Polizei entdeckt Sprengstofflager in Mehrfamilienhaus

fudder-Redaktion

Die Polizei hat gestern in Merdingen ein Sprengstofflager in einem Mehrfamilienhaus entdeckt, und das Material als derart gefährlich eingestuft, dass sie sofort handeln musste: Auf einem Maisfeld wurden das Material gestern in drei kontrollierten Sprengungen zerstört.

Am Samstag war ein 35-jähriger Mann auf freiem Feld in Ihringen-Wasenweiler bei einer Explosion sehr schwer verletzt worden. Er konnte sich jedoch noch selbstständig in Richtung Landstraße begeben, wo er auf einen dort arbeitenden Landwirt traf. Dieser verständigte die Rettungsdienste.


Ermittlungen gegen den schwer verletzten Mann ergaben, dass er im Keller seiner in Merdingen gelegenen Wohnung eine größere Menge gefährlichen Sprengstoff lagerte. Hinzugezogene Experten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg sahen in dem Sprengstoff eine akute Gefahr für das betreffende Wohnhaus, dessen Umgebung und die darin lebenden Personen.

Aus diesem Grunde entschloss sich die Polizei, das gefährliche Material durch einen gesicherten Konvoi auf ein freies Feld nahe Merdingen zu bringen und dort durch drei kontrollierte Sprengungen zu entsorgen. Zuvor war die umliegende Bevölkerung durch polizeiliche Lautsprecherdurchsagen aufgefordert worden, in den Häusern zu bleiben und Fenster und Türen geschlossen zu halten.

An dem Einsatz waren neben Polizeikräften der Polizeidirektion Freiburg, des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, die Merdinger Feuerwehr und auch medizinisches Rettungspersonal beteiligt.

Gegen den Schwerverletzten wird ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz sowie wegen des Verdachts des „Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion“ geführt. Zum Motiv des Mannes, der als technisch versiert gilt, liegen noch keine Erkenntnisse vor.

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