Menschenhandel in Freiburg? Festnahmen und Razzien in Bordellen

fudder-Redaktion

Der Tatverdacht: gewerbs- und bandenmäßiger Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei jetzt fünf Männer festgenommen:



Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat Haftbefehl gegen 5 Männer im Alter von 28, 29, 33, 36 und 53 Jahren erwirkt. Der Tatverdacht: gewerbs- und bandenmäßiger Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Das gaben die Polizei Freiburg und die Staatsanwaltschaft Freiburg in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt.


Seit Juli 2015 führten das Dezernat 42 der Kriminalpolizeidirektion Freiburg und die Staatsanwaltschaft Freiburg - "Abteilung organisierte Kriminalität" - ein Ermittlungsverfahren gegen die Männer.

Wurden Frauen aus der Ukraine und Russland mit falschen Pässen nach Deutschland geschleust?

Die über fünf Monate intensiv geführten Ermittlungen gegen die fünf Männer erhärteten laut Polizeibericht den Anfangsverdacht. Das Verfahren wurde eingeleitet, weil es Hinweise gab, dass zumindest eine Frau aus der Ukraine zur Prostitution gezwungen worden sei. Inzwischen stehen die fünf Männer aber im dringenden Verdacht, mehrere Frauen, insbesondere aus der Ukraine und Russland, über soziale Netzwerke kontaktiert zu haben. Danach hätten sie die Frauen nach Deutschland geschleust und der Prostitution zugeführt, schreibt die Polizei Freiburg.

Die Frauen sollen jeweils gefälschte Ausweise aus osteuropäischen EU-Staaten erhalten haben, um in Deutschalnd legal Prostitution betreiben zu können. Die echten Ausweise hätten die Männer einbehalten.

Ermittlungen in sieben Bordellen - darunter Freiburg und Villingen

Die Verdächtigen seien größtenteils polizeilich bekannt. Sie seien durch Körperverletzungs- und  Eigentumsdelikte sowie Verstößen gegen das Waffengesetz aufgefallen. Einer komme aus dem Freiburger Umland.

Am Abend des 9.12.2015 wurden zeitgleich Durchsuchungen in den Wohnungen der Beschuldigten sowie in sieben Bordellen in Freiburg, Villingen und Hanau/Hessen durchgeführt. Hierbei stellte die Polizei Beweismaterial sicher, unter anderem mehrere gefälschte Ausweise von Prostituierten bzw. deren Originalpässe, die bei einem der Beschuldigten aufgefunden wurden.

Drei der Beschuldigten wurden inzwischen dem Haftrichter beim Amtsgericht Freiburg vorgeführt und befinden sich seither in Untersuchungshaft - gegen zwei weitere besteht Haftbefehl. Alle werden sich wegen gewerbs- und bandenmäßiger Schleusung sowie des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verantworten müssen.

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[Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa Picture Alliance]