Mensa-Check im Institutsviertel

Gina Kutkat

Sechs Monate dauerte der Umbau in der Mensa im Institutsviertel. Was ist alles neu? Findet man sich nach der Renovierung auf Anhieb zurecht? Fudder hat die Mittagspause in die Mensa verlegt und alles getestet, was es zu testen gab. Anstellen, bitte!

Die Schlange

11.15 Uhr, Eingangsbereich der Mensa im Institutsviertel. Es herrscht erste Orientierungslosigkeit. Wo ist das Ende der Schlange? Geht es hier zum Buffet oder zu den Tagesgerichten? Der Andrang ist groß, die lange Schlange aus Wartenden fädelt sich bis um die Ecke. Ordnung muss sein. Einigen Studenten ist es trotzdem zu blöd. Mit dem Satz "Ich wollte eigentlich heute noch etwas essen" drehen sie wieder um.

Pünktlich um 11.30 Uhr bewegt sich die Menschentraube zur Treppe, die zur Essens-Ausgabe führt. Aufsteller weisen darauf hin, womit der hungrige Student am anderen Ende der Stufen gefüttert wird. Essen 1 und 2, Personalessen, Schneller Teller, Schnitzel mit Pommes, Salattheke und Kinderteller sind im Angebot.



Es gibt Essen

Das Chaos der ersten Tage ist noch nicht überwunden und so wirklich zurecht finden sich hier die Wenigsten. Niemand will viel Zeit verlieren, dadurch kommt es zu Hektik. Der Run auf die Essen 1 und 2 ist ohne (Vor)Drängeln schwer zu meistern und der offene Bereich stellt die Gäste vor Schwierigkeiten. In welche Richtung muss ich mich jetzt bewegen? Wo ist die Kasse? Gibt es auch etwas zu Trinken?

Eigentlich ist das alles ganz leicht zu finden. Ein Pfeil dirigiert die Freunde von Essen 1 und 2 in die richtige Richtung. Wie man sich sein Buffet-Essen oder einen Salatteller zusammenstellt, steht auf weiteren Hinweisschildern.



Wer den schnellen Teller wählt, bekommt diesen heute in Form eines Linsentopfs mit Putenwienerle und Brot. Schweineschnitzel Mailänder Art mit Tomatensauce und Spaghetti, dazu Blattsalat (Essen 1) und Kartoffel-Maronen-Gratin mit Karottengemüse und Salat (Essen 2) komplettieren die Auswahl der Tagesgerichte. Am Buffet kann man sich seinen eigenen Teller zusammenstellen und Gerichte aus dem Wok oder vom Grill mit Pasta und Salat kombinieren. Eine Salattheke gibt es auch noch.

Preis-Leistungsverhältnis

Den Schnellen Teller gibt's für Studenten für 1,80 €. Essen 1 und 2 kosten 2,65 € und das Essen vom Buffet und von der Salattheke werden nach Gewicht berechnet. 100 Gramm kosten 0,80 €.

Essen 2 sieht auf dem Teller noch etwas manschig aus. Apropos Teller: dies ist die wohl wichtigste Neuheit der Mensa im Institutsviertel. Bis vor einem halben Jahr musste man hier aus den berühmt-berüchtigten Mensa-Tabletts essen, die man auch im Knast oder Krankenhaus vorgesetzt bekommt.

Das Kartoffel-Gratin mit Karottengemüse schmeckt lecker. Die Investition in neue technische Küchengeräte hat sich also gelohnt. Die Möhren schmecken nach Möhren und auch die Wahl eines Gratins birgt keine bösen Überraschungen.



Einrichtung und Atmosphäre

Die Tische verteilen sich auf zwei Etagen, sodass jeder ein Plätzchen findet. Orangene Stühle im Sixties-Stil gehören wohl nicht zu den Innovationen des Mensa-Projekts – man kennt sie auch aus der Mensa Rempartstraße. Leider sind die Knallfarben der Sitzgelegenheiten die einzigen Farbkleckser im weitläufigen Gebäude. Ansonsten sieht man viel Grau: graue Wände, graue Fassaden und graue Böden. Abstrakte Lampen, die an die Kunst von Piet Mondrian erinnern, wurden zur Rettung des Ambiente aufgehängt.



Im Eingangsbereich wird die Farbwahl aus dem Essenbereich wieder aufgegriffen. In der Lounge können sich Studenten auf knalligen Ledersofas entspannen. Und auf die immer größer werdende Schlange vor der Essensausgabe starren.

Nur der neue Essens-Ausgabebereich ist ein Lichtblick. Glänzende Theken, gut platzierte Leuchten, die das Essen ins richtige Licht rücken, und eine wichtige Abschirmung vom Essensbereich. Blickt man von den Tischen in Richtung Theke, sieht man eine ebenfalls beleuchtete Fotowand. Darauf abgebildet: Essen!

Gespräche am Nachbartisch

...kann man fast Wort für Wort verstehen. Die hohen Wände der Mensa absorbieren keinerlei Geräusche, der Lärmpegel ist unangenehm hoch und somit wird die Mittagspause zu einer nervigen Aktion. Dass die orangenen Stühle Quietsch-Geräusche erzeugen, macht die Sache nicht besser. Für einige Minuten sind die Mensa-Gäste sogar dem Lärm einer noch andauernden Baustelle ausgesetzt.

Auf dem Klo nach dem Essen

Sieht man rot!



Fazit

Erneuerungen wie der Thekenbereich sind für die meisten Studenten gewöhnungsbedürftig. Nach sechs Monaten Umbau schwebt die Frage im Raum, was eigentlich so lange renoviert wurde? Ein neuer Anstrich fehlt und viel weitere, sichtbare Erneuerungen gibt es nicht. Am Ende zählt jedoch das, was auf dem Teller liegt. Und das hat überzeugt.

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt. 

Mehr dazu:

Web: Mensa Institutsviertel