Melanie Behringer: "Ein Scheibenschießen dürfen wir nicht erwarten"

Christoph Ries

Den 28. Februar hat sich Melanie Behringer dick angestrichen. Da spielt die Fußball-Weltmeisterin mit der Nationalmannschaft in Freiburg. Warum das Spiel gegen China wichtig für Olympia ist und warum sie glaubt, dass der SC mit ihr nicht absteigt, verrät sie im fudder-Interview

 

Melanie, am Donnerstag, den 28. Februar spielst du mit der Deutschen Nationalmannschaft in Freiburg. Laut DFB kommen knapp 10.000 Zuschauer. Schon aufgeregt?

Ja klar. Für mich wird das Länderspiel gegen die Chinesinnen was ganz Besonderes. Meine Familie kommt auf jeden Fall zum Zuschauen. Meine Eltern, meine Verwandtschaft, mein halbes Dorf wird dabei sein. Sie müssen ja nur eine Stunde fahren bis zum Stadion. Wenn die alle kommen schaffen wir die Zehntausend locker. (lacht)

Ihr spielt gegen China, den 13. der Weltranglisten. Was für ein Gegner erwartet euch?

Wir kennen die Chinesinnen von der WM. Da sind sie im Viertelfinale ausgeschieden, während wir das Finale gewonnen haben. Ein Scheibenschießen dürfen wir aber nicht erwarten. China kommt mit einer guten Mannschaft nach Freiburg. Für uns ist das Spiel ein wichtiger Test im Hinblick auf Olympia in Peking. Nächste Woche fahren wir zum Algarve Cup nach Portugal (Anmerkung: stark besetztes Traditionsturnier mit Olympiasieger USA), da wird unsere Bundestrainerin Silvia Neid ganz hinschauen, wer fit ist und wer nicht. Die Mannschaft, die in Portugal spielt, hat auch gute Chancen bei Olympia dabei zu sein.

Was würde es für dich bedeuten, in Peking dabei zu sein?

Olympia ist für jeden Sportler die Krönung. Und sportlich ist das Turnier auch sehr spannend. Alle guten Teams sind in Peking dabei, das hat mindestens den Rang einer WM.

Nach der letzten WM und eurem Sieg im Finale bist Du von einer Ehrung zur nächsten gehetzt. Dazu kamen die Spiele mit den SC-Frauen und – nicht zu vergessen – die Auftritte mit der Nationalelf. Wie war die Zeit für dich?

Anstrengend. Spielerisch war ich nach der WM echt kaputt. Wir hatten kaum eine Pause, sind oft geehrt worden und gleich anschließend zum nächsten Länderspiel gereist. Die Kraft war weg. Aber so langsam spüre ich, wie sie wieder voll da ist. Muss ja. Am Sonntag geht gegen Wolfsburg die Bundesliga wieder los.

Da sieht es für die SC-Frauen ja nicht so rosig aus. Ihr seid Tabellenletzter. Hast du noch Hoffnung auf den Klassenerhalt?

Auf jeden Fall! Das Spiel gegen Wolfsburg ist ein ganz wichtiges für uns. Wir haben fünf Punkte Rückstand, aber eine sehr gute Vorbereitung gespielt. Das Training mit unserem neuen Coach Alexander Fischinger macht Spaß. Es wird hart, aber ich denke, wir können das noch schaffen.

Eine Nationalspielerin im Abstiegskampf? Da zwingt sich die Frage auf, ob du bald den SC verlassen wirst. Wirst du?


Klar mache ich mir Gedanken über einen Wechsel. Ich habe auch schon ein paar Angebote. Wie ich mich entscheide, weiß ich aber noch nicht. Ich würde gerne hier bleiben. Aber wenn wir absteigen, habe ich keine andere Wahl. Eine Nationalspielerin in der 2. Liga, das geht nicht. Das hat mir auch Silvia Neid so gesagt.

Schon eine Idee, wo’s hingehen soll?

Nein. Nächstes Jahr wird die US-Profiliga neu gestartet. Ich würde aber gerne in Deutschland bleiben, nicht so gerne ins Ausland wechseln. Ich lass mich überraschen. Möglich, dass ich auch in der nächsten Saison noch beim SC spiele.



Mehr dazu:

Was: Frauen-Fußball-Länderspiel Deutschland - China
Wann:
Donnerstag, 28. Februar 2008, Anpfiff 16 Uhr
Wo:
Dreisam-Stadion
Tickets: SC-Geschäftsstelle im Stadion, Schwarzwaldstraße 193, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8-17 Uhr
Tickets für Gruppen ab zehn Personen gibt es ab 2,50 Euro beim Südbadischen Fußball-Verband (0761 / 2 82 69 11) oder online bei eventimsports.